Der Kosmologe und Astrophysiker Sir Martin Rees stellt die Frage, ob es überhaupt eine Chance für den Fortbestand der Menschheit gibt. Die selbstgemachte Bedrohung, so der Wissenschaftler, heißt moderne Naturwissenschaft. Ökokatastrophen, Nuklearenergie, Nano- und Biotechnologie beschwören seiner Meinung nach den Untergang unseres Planeten herauf. Eindringlich verweist er auf den bereits laufenden Countdown und appelliert an die Menschheit, sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.03.2004
So richtig schlau ist Rezensent Peter Richter aus der vorliegenden Zukunftsspekulation des königlich britischen Hofastronomen Martin Rees nicht geworden. Nicht zuletzt weil der Untertitel des Buches - "Warum die moderne Naturwissenschaft das Überleben der Menschheit bedroht" - "irreführend" sei. Denn Rees gehe es wohl eher darum, die Pascalsche "Wette" auf "sekuläre" Weise neu zu formulieren. Erst aus dieser Perspektive, die jedoch erst ganz zum Schluss anklinge, sei der gesamte Ansatz überhaupt verständlich. Denn der erste Teil nehme sich eher aus wie eine "beinah aphoristische Aneinanderreihung von Schreckensvisionen", in der sämtliche möglichen Auslöschungsszenarien durchexerziert würden, etwa durch das Austreten seltsamer und eventuell lebenszerfressender Partikel, der "Strangelets", bei Langzeitexperimenten des Teilchenbeschleunigers im CERN. Dem potentiell baldigen Ende des Menschen setzte Rees jedoch die unendliche Weite der Wissenschaft entgegen, die zurzeit ihre "dritte Grenze" überwunden habe und sich die Erforschung "der Entstehung und Evolution des (intelligenten) Lebens" zur Aufgabe gemacht habe. Auch in diesem Zusammenhang wird die Möglichkeit menschlicher Siedlungen im All befürwortet, sozusagen als erkenntnistheoretisches Muss einer Zivilisation, die vielleicht kurz davor ist, an die Grenzen ihres materiellen, nicht aber ihres geistigen Überlebens zu stoßen. Mit diesem Buch, so Richter, reiht sich Rees in eine lange und große "Tradition wissenschaftlich geprägter Mystiker" ein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.11.2003
Asteroideneinschläge, die einen Teil des Lebens auf der Erde beenden könnten, sind alles andere als unwahrscheinlich. Davon ist jedenfalls der Astrophysiker Martin Rees überzeugt, wie Rezensent David Oels berichtet. In seinem Buch "Unsere letzte Stunde" warnt Rees vor Gefahren, die durch die modernen Naturwissenschaften in die Welt gekommen sind. Ob Nanotechnologie, Gentechnologie oder Atomphysik: sie alle bergen bei Missbrauch - das ist wohlbekannt - ein gewaltiges Vernichtungspotential in sich. Doch Rees hat zur Freude des Rezensenten auch spektakulärere Gefahren auf Lager: Es sei nicht auszuschließen, referiert Oels, dass die physikalischen Experimente in immer gigantischeren Teilchenbeschleunigern Bedingungen schaffen könnten, wie es sie im Universum seit dem Urknall nicht mehr gab. Ergebnis könnte ein "Zerreißen des Raums" (Rees) sein, was auf ein Ende des gesamten Kosmos hinausliefe. Oels lobt das Buch als "sehr gut geschrieben, unterhaltsam und anregend" und legt es jedem Leser wärmstens ans Herz.
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