Die Einführung in die Grundfrage der Kosmologie konfrontiert uns damit, dass dem so unglaublich ausbalancierten Universum, seinen Gesetzen und Geschöpfen eine eigentümliche Unregelmäßigkeit zugrunde liegt. Mit dem Urknall bildete sich erstmals Materie. Es entstanden die ersten, positiv geladenen Teilchen und gleichzeitig auch ihr jeweiliges Spiegelbild, die negativ geladenen Antiteilchen. Treffen sie zusammen, zerstören sie sich gegenseitig. Der symmetrische Anfang des Universums hätte also gleich wieder zu seiner Selbstauslöschung führen müssen. Doch irgend etwas ging bei diesem Vorgang schief. Denn zweifelsohne gibt es ja Materie. Sollte die göttliche Schöpfung erst dank eines kleinen "Fehlers", durch Luzifers Erbe, ihre Perfektion erhalten haben?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.04.2002
Der Versuch des Physikers Frank Close, die Schöpfungsgeschichte aus der Sicht der modernen Physik zu erzählen und damit die Frage zu beantworten, warum überhaupt etwas existiert, ist nach Ansicht des begeisterten Rezensenten Harald Lesch voll und ganz gelungen. Wie Frank Close den Leser an die Hand nimmt und durch ganze moderne Physik führt, löst bei Lesch wahre Lobeshymnen aus. So gelingt Close laut Lech das Kunststück, sehr komplizierte naturwissenschaftliche Fragen so klar und verständlich machen, "dass man am Ende baff erstaunt das Buch weglegt und fast ein traurig darüber ist, dass es schon zu Ende ist." Dank der plausiblen bodenständigen Beispiele und der klaren sprachlichen Bilder, mit denen Close abstrakte Ideen veranschaulichen kann, fühlt sich der Rezensent auch bei sehr schwierigen Sachverhalten, etwa der Brechung von Symmetrien durch Störungen von außen, niemals überfordert oder in Gefahr den roten Faden zu verlieren. Grund genug für Lesch zu jubilieren: "Dieses kleine Buch ist ein ganz Großes".
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