Im digitalen Zeitalter wird Kommunikation zu einer zentralen Ressource der Kriegsführung, wie der Russland-Ukraine-Konflikt zeigt: Die Kriegsparteien bedienen sich modernster Methoden strategischer Kommunikation, um den politischen und öffentlichen Diskurs in ihrem Sinne zu beeinflussen. In diesem "Krieg der Narrative" prallen widersprüchliche Sichtweisen aufeinander. Das stellt nicht nur das Publikum, sondern auch den qualitätsorientierten Journalismus vor besondere Herausforderungen - bei der Berichterstattung über die Kämpfe aus den Kriegsgebieten, bei der Faktenprüfung und beim Quellenabgleich ebenso wie bei der Visualisierung der Berichte und Reportagen. Nicht nur die Kriegsparteien, auch der Kriegs- und Krisenjournalismus rüsten daher kommunikativ auf - etwa im Hinblick auf den Einsatz von Systemen der Künstlichen Intelligenz oder der Virtuellen Realität. Expert*innen aus Wissenschaft und Journalismus widmen sich in diesem Band ausführlich den Strategien und Methoden der Kriegskommunikation. Dabei analysieren sie das Vorgehen der ukrainischen und russischen Regierungen, aber auch die Kriegsberichterstattung und deren Wirkungen auf die Öffentlichkeit, die von Zweifeln an der journalistischen Objektivität oder einem nachlassenden Interesse geprägt sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.09.2024
Rezensent Jörg Echternkamp lernt mit dem von Martin Löffelholz, Kathrin Schleicher und Christian F. Trippe herausgegebenen Band Formen und Funktionen russischer Propaganda kennen, erfährt, was Bots und Trolle im Dienst der Kriegspropaganda bewirken und wie ihre Dynamik funktioniert. Die Texte von Journalisten, Kommunikationswissenschaftlern und Insidern bieten laut Rezensent fundiertes Wissen zum Thema und über politische wie militärische Akteure und ihre Zielgruppen. Dass es in diesem Krieg der Narrative vor allem um Verwirrung geht, um einen Nachrichtennebel, nimmt Echternkamp als Erkenntnis mit. Für Kommunikationswissenschaftler ebnen die Herausgeber und Autoren ein relativ neues Forschungsgebiet, das sich teils auch auf den Krieg in Gaza übertragen lässt, so der Rezensent.
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