Aus drei Zeiträumen nähert sich Martin Kubaczek dem Leben seines Vaters. Der Text kreist um die Vergänglichkeit alles Wirklichen und Sichtbaren, um das Erlöschen von Leben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.06.2011
Rezensent Andreas Breitenstein sieht den neuen Roman des leider hierzulande noch unbekannten Autors Martin Kubaczek definitiv in der erlesenen Reihe österreichischer Vater- und Mutterbücher von Peter Handke bis Arno Geiger. Denn dieses "Meisterwerk" zieht seiner Meinung nach alle Register: oszillierend zwischen "Dramatik und Idyllik, Episode und Reflexion, Euphorie und Depression" schildere Kubaczek das Leben seines Vaters, der, einst Soldat im Zweiten Weltkrieg, nun gegen die fortschreitenden Altersgebrechen kämpfen muss. Während sich die Kriegserinnerungen des Vaters mal wie ein ironisch-vergnüglicher, dann wieder wie ein gruseliger Reisebericht lesen, beschreibe Kubaczek den körperlichen Verfall seines Vaters fast schamlos und voller Faszination, jedoch nie ohne Zärtlichkeit. Die Einblicke in das intime Miteinander der Eltern erscheinen dem Rezensenten ebenso poetisch wie die Beschreibung der anmutig-schönen Altersflecken des Vaters. Wenn Kubazcek schließlich die vom Vater zeitlebens angefertigten Zeichnungen in Beziehung zu den Bildern William Turners setzt, wird dieses musikalische Triptychon für den Kritiker "rauschhaft" beschlossen.
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