In der globalen Erinnerungskultur zum Holocaust sind einzelne Fotos des sogenannten Stroop-Berichts zur endgültigen Vernichtung des Warschauer Ghettos und der Niederschlagung des Aufstands von Jüdinnen und Juden omnipräsent. Meist fehlen aber Zusatzinformationen oder eine angemessene Kontextualisierung. Die umfangreiche wie vielsagende Gesamtquelle des Warschauer SS- und Polizeiführers Jürgen Stroop ist dagegen vergleichsweise wenig beachtet geblieben. Dessen drei Teile bestehen aus einem Gesamtbericht über die Niederschlagung des Aufstands, den vom 20. April bis 16. Mai 1943 verfassten Tagesmeldungen und einer Sammlung von Fotos. Mit der vorliegenden Edition wird das Gesamtdokument nach Jahrzehnten wieder in Buchform zugänglich gemacht. Zudem werden erstmals zahlreiche zusätzliche Quellen ediert, die für ein substanzielles Verständnis grundlegend sind. Umfassend wissenschaftlich eingeleitet und kommentiert, vermittelt die Edition des Stroop-Berichts vielfältige neue Erkenntnisse zum Ghettoaufstand und dem mörderischen Vorgehen der Nationalsozialisten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.05.2025
Ein wichtiges Dokument zum Aufstand im Warschauer Ghetto wird von Martin Cüppers in dieser Veröffentlichung klug aufbereitet, meint Rezensent Markus Roth - und zwar handelt es sich um die Berichte, die Jürgen Stroop, SS-Führer, über die Niederschlagung des Aufstandes an Heinrich Himmler verschickte. Nachlesen kann man in diesem durch Kommentare und den Abgleich mit jüdischen Zeugenberichten ergänzten Bericht, dass Stroop vieles falsch einschätzte, teilweise auch absichtlich falsch darstellte und auch, dass die Deutschen nicht mit derart starker Gegenwehr der Ghettobewohner gerechnet hatten. Insbesondere die Kommentare, die Cüppers dem Fotomaterial hinzufügt, imponieren Roth - die Bilder zeigen SS-Leute, wie sie das Ghetto zerstören, viele von ihnen werden von Cüppers identifiziert. Eine vorbildliche Veröffentlichung also, der Historiker Roth hofft, dass sie auch im Bildungsbereich eingesetzt werden wird.
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