Martin Bossenbroek

Tod am Kap

Geschichte des Burenkriegs
Cover: Tod am Kap
C. H. Beck Verlag, München 2016
ISBN 9783406688126
Gebunden, 624 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Andreas Ecke. Martin Bossenbroeks preisgekrönte Darstellung des Burenkriegs (1899 - 1902) ist aus der Perspektive des niederländischen Juristen Willem Leyds, des britischen Kriegsberichterstatters Winston Churchill und des burischen Kämpfers Deneys Reitz geschrieben. Angelockt von reichen Bodenschätzen, nicht zuletzt Gold und Diamanten, kommen immer mehr Abenteurer in die Burenrepubliken Oranje-Freistaat und Transvaal - viele von ihnen britische Uitlanders. Als die Buren ihnen die Gleichstellung verwehren, schickt die Regierung in London eine Viertelmillion Soldaten ans Kap, um die Region dem Empire einzuverleiben. Die Welt erhält eine Vorahnung des totalen Kriegs: Britische Truppen schlagen Schneisen der Verwüstung durch die Burenrepubliken und weiten den Krieg gnadenlos auf die Zivilbevölkerung aus. Sie internieren 230.000 Menschen in concentration camps, 46.000 sterben, die meisten von ihnen Kinder.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.05.2016

Dieser Geschichte des Burenkriegs wünscht Cord Aschenbrenner viele Leser. Spannend und kenntnisreich erzähle der niederländische Historiker Martin Bossenbroek von diesem Kolonialkrieg, der mit seiner Unerbittlichkeit und vor allem seinen Internierungslagern die Schrecken des 20. Jahrhunderts vorwegnahm. Dass auch in diesem Buch Männer Geschichte machen, nimmt Aschenbrenner hin, schließlich wähle Boessenbroek seine Protagonisten geschickt aus: den niederländischen Justizminister Willem Leids, den burischen Kämpfer Deneys Reitz und den britischen Jungimperialisten und Reporter Winston Churchill. Eine "brillante Meistererzählung" nennt der Rezensent das Werk, erwähnt allerdings auch, dass Bossenbroek am Ende keine Erklärung für die Gründe dieses verbissen geführten Krieges findet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.04.2016

Etwas altmodisch findet Rezensent Andreas Eckert Martin Bossenbroeks Buch über den Burenkrieg mit besonderem Blick auf das Leid der schwarzen Bevölkerung und die Rolle Churchills und des Niederländers Willem Leyds. Konkurrenzlos auf dem deutschen Markt findet er die monumentale Darstellung dennoch. Wie der Autor die Forschungsliteratur einbezieht und auf breiter Quellenbasis das Kriegsgeschehen schildert, Akteure porträtiert und politische, diplomatische und militärische Perspektiven anbietet, findet Eckert bemerkenswert, auch wenn am Ende mit der niederländischen doch wieder die "weiße" Perspektive dominiert und der Autor allzu sehr in Schlachtordnungen schwelgt, wie der Rezensent kritisiert.
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