Aus dem Amerikanischen von Norbert Hoffmann. Martha Gellhorn ist eine Legende, denn sie berichtete über 60 Jahre hinweg aus Krisen- und Kriegsgebieten für alle möglichen Zeitungen und war ihr Leben lang unterwegs. Sie besuchte sie das republikanische Spanien und Deutschland in Trümmern. Ihre Kriegsreportagen machten sie berühmt. Hier nun versammelt "eine der klügsten und eloquentesten Zeuginnen des 19. Jahrhunderts", wie Bill Buford sie nannte, Reportagen, die in Friedenszeiten entstanden sind. Reportagen, in denen sie den Zustand und die Psychologie eines Landes zu entschlüsseln sucht.
Marlen Hobrack kann mit Martha Gellhorns gesammelten journalistischen Arbeiten der Jahre 1931 bis 1959 sowohl in die Vergangenheit blicken, als Gellhorn die USA zur Zeit der Great Depression bereist und über Syphilis und Armut schreibt, als auch in die Gegenwart, weil die Texte laut Hobrack so manche Folgen der damaligen Kriege und Krisen erhellen. Erschütternd durch klaren, schonungslosen Ausdruck und die mitschwingende Empathie sind die Texte für Hobrack nahezu ausnahmslos, ob die Autorin aus Europa vor dem großen Krieg berichtet oder über Lynchmorde in Mississippi.
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