Marta Kijowska

Die Tinte ist ein Zündstoff

Stanislaw Jerzy Lec - der Meister des unfrisierten Denkens
Cover: Die Tinte ist ein Zündstoff
Carl Hanser Verlag, München 2009
ISBN 9783446232754
Gebunden, 171 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Der begnadete Aphoristiker Stanislaw Jerzy Lec (1909-1966) war eine der schillerndsten Gestalten des literarischen Lebens in Polen. Als Nachfahre der Barone de Tusch-Letz hatte er eine bewegte Biografie: Kindheit in Lemberg und Wien um die Jahrhundertwende, zweifaches Todesurteil und Flucht aus einem KZ im Zweiten Weltkrieg, Diplomatenkarriere, Emigration nach Israel und Rückkehr ins stalinistische Polen. Der internationale Durchbruch als Autor gelang dem Kaffeehaus-Literaten mit der Aphorismen-Sammlung "Unfrisierte Gedanken". Marta Kijowska porträtiert den "Meister des unfrisierten Denkens" anhand von zeitgenössischen Stimmen und Selbstaussagen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.05.2009

Sehr begrüßenswert findet es Thomas Urban, dass der polnische Aphoristiker Stanislaw Jerzy Lec, dessen Werk berühmt, über dessen Leben allerdings nur wenig bekannt ist, nun mit diesem Band gewürdigt wird. Auch den "verschmitzten" Ton, den Herausgeberin Marta Kijowska anschlägt, wenn sie Lec' Leben in Briefen und in Zeugnissen von Zeitgenossen schildert, der mit knapper Not dem Tod im Konzentrationslager entkam und später unter dem kommunistischen Regime mit Schreibverbot belegt wurde, lobt er als dem "Meister des unfrisierten Denkens" sehr adäquat. Und so kann man hier nicht nur die gerade im Ostblock gepflegte "hohe Kunst der Andeutung" genießen, die in den Aphorismen zur Blüte gebracht sind, es ergibt sich auch ein anschauliches Epochenbild seiner Zeit, wie Urban sehr eingenommen bemerkt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.03.2009

Das Werk des polnischen Schriftstellers Stanislaw Jerzy Lec - 1909 in Lemberg als polnischer Jude geboren, 1966 gestorben - hat Rezensent Martin Pollack schon während seines Studiums der Polonistik kennen gelernt und bewundert ihn seitdem als Aphoristiker. Marta Kijowskas Lebensbeschreibung anlässlich Lec' hundertstem Geburtstags begrüßt er sehr, auch wenn er betont, dass es sich dabei um eine "biografische Skizze" und keinesfalls um eine erschöpfende Biografie handelt. Das schreibt er aber nicht etwa der mangelnden Sorgfalt der Autorin, sondern der spärlichen Quellenlage zu. Denn mit ihrem Buch habe Kijowska nicht nur "viele Lücken" geschlossen, die lasse auch die Persönlichkeit des Schriftstellers spürbar werden, lobt der Rezensent. Und solcherart mit Hintergrundwissen versorgt, will sich Pollack dann auch freudig an eine Neubesichtigung von Lecs Werk machen, wie er wissen lässt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.03.2009

Dankbar greift Stefanie Peter zu dieser Biografie, um den Menschen hinter der berühmten Aphorismensammlung "Unfrisierte Gedanken" kennenzulernen. Zwar räumt die Rezensentin ein, die Lebensgeschichte Stanislaw Jerzy Lec' sei am besten wohl aus seinen Gedichten, Epigrammen und eben den Aphorismen herauszulesen. Doch was die Germanistin Marta Kijowska zu Lec' hundertstem Geburtstag an Stimmen und Selbstauskünften zusammenstellt, um ein chronologisches Porträt zu zeichnen, hat ihr dennoch imponiert. Die Widersprüche der Persönlichkeit werden sichtbar, ein Bild der Nachkriegsszeit und eine Liebeserklärung an Polen stecken in diesem Buch, erklärt Peter und lässt die Lücken und die Fragen, die am Ende der Lektüre bleiben, erst einmal so offen stehen.
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