Markus Ramseier

Wie küsst man einen Engel?

Roman
Cover: Wie küsst man einen Engel?
Cosmos Verlag, Muri bei Bern 2002
ISBN 9783305003631
Gebunden, 180 Seiten, 23,50 EUR

Klappentext

Jonas Müller ist im Auftrag der Gebäudeversicherung unterwegs in der Stadt, um festzustellen, welche Gebäude im Falle eines Starkbebens gefährdet sind. Doch sein Schaffensdrang wird arg gebremst durch den Zahnfrass, der sich in seiner Mundhöhle breit macht. So beschliesst Müller im Alter von 29 Jahren, sich sämtliche Zähne ziehen zu lassen. Er tritt ein in eine Welt, die geprägt ist von Distanz und einer hellen Lampe, die ihm das Gesicht ausleuchtet. Unter dem Lichtkegel erzählt Müller stumm, mit aufgesperrtem Mund, von den Höhlenausflügen, die er mit seinem Vater, dem begnadeten Höhlentaucher, unternahm, bis dieser in einem unterirdischen Wasserfall erfror, ohne sein Geheimnis ganz loszuwerden: Er war steril und hat seinen Sohn offensichtlich nicht gezeugt. Obwohl Müller gerne Patient ist, ja, sich Patient als Beruf durchaus vorstellen könnte, gestaltet sich die Gebisssanierung von Visite zu Visite schwieriger. Der Sicherheitsabstand schrumpft. Zahnarzt, Assistentin und Patient kommen sich immer näher. Das Beben findet schliesslich statt - allerdings nicht dort, wo Müller es erwartet.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.04.2003

Der mit "B.En." zeichnende Rezensent kann diesem Roman von Markus Ramseier zwar sprachlich viel abgewinnen, inhaltlich jedoch hat er einiges zu bemängeln. Ramseier schreibe "flüssig, leicht ironisierend und bisweilen geradezu drastisch anschaulich", lobt der Rezensent. Inhaltlich jedoch, wo es im Wesentlichen um Familie und Kindheit des Protagonisten gehe, wirkten einige Passagen "unglaubwürdig", teilweise auch "forciert", kritisiert der Autor. Abschließend verweist er auf Milan Kundera, der ähnliche Konstellationen in seinem Roman "Abschiedswalzer" gewählt habe, doch in diesem Vergleich kann Ramseier nach Ansicht des Rezensenten nicht bestehen.
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