Wie eine Kultur aussieht, in der der kapitalistische Realismus als tiefgreifende und omnipräsente Atmosphäre regiert, wird von Fisher analysiert inklusive der Frage: Wo sind Alternativen zum kapitalistischen Realismus zu suchen?
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 28.11.2013
Mark Fisher fragt sich in seinem Buch "Kapitalistischer Realismus ohne Alternative?", wie es kommt, dass wir uns heute eher das Ende der Welt vorstellen können als das Ende des Kapitalismus, berichtet Petra Pinzler, die diese Frage vollkommen berechtigt findet. Doch die Vorwürfe, die Fisher existierenden Protestbewegungen macht, die nicht die Systemfrage stellen, findet die Rezensentin so lange unangemessen wie Fisher sich über mögliche Alternativen ausschweigt. Eine formlose Utopie kommt Pinzler als politisches Ziel naiver vor als konkrete, noch so unzulängliche Projekte.
Julian Weber freut sich über die deutsche Ausgabe des schon 2011 erschienenen Essays von Mark Fisher als einem Beispiel unabhängigen geistigen Schaffens. Was der Dozent für Musikkultur und Medien hier über die Generation der 20- bis 30-Jährigen berichtet, ihre Zukunftsmüdigkeit und Resignation, macht Weber jedoch traurig. Etwas Hoffnung schöpft der Rezensent angesichts von Fishers Ausführungen zur Mobilisierung der Kunstszene. Insgesamt fühlt er sich vom Autor zum Nachdenken angeregt, nicht zuletzt, da Fisher in seiner Streitschrift jede Menge Beispiele aus der Popkultur verwendet, sich auf Deleuze, Guattari und Jameson beruft und das große Andere beschwört, das der Linken eine Überwindung der ideologischen Grundstimmung des "kapitalistischen Realismus" ermöglichen könnte.
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