Einen guten Überblick über die aktuelle Kunstproduktion im südöstlichen Europa gibt der Katalog von Rene Block und Marius Babias, meint Ines Kappert. Im ersten Teil, einem Bilderessay, finde man "unaufgeregte und gut fotografierte Alltagsimpressionen" auf dem Balkan. Im anschließenden Textteil analysierten Marius Babias, Boris Buden und der Ljubljaner Soziologe Rastko Mocnik den Balkan gründlich und "unerbittlich" als einen fixen und realen Ort. Die Rede vom "Balkan" erlaube es sowohl Italienern und Österreichern, aber auch Serben und Kroaten, sich gegenüber den vermeintlich unterentwickelten Nachbarn abzugrenzen und damit auch gleichzeitig die Grenze des zivilisierten Europa zu definieren. Die Autoren kritisierten zudem, referiert die Rezensentin offenbar zustimmend, dass sich die kulturellen Eliten im südöstlichen Europa mittlerweile selbst mit der Rolle des Außenseiters identifizieren.
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