Irmlind Luise Herzner, Jan Lauts

Federico da Montefeltro, Herzog von Urbino

Kriegsherr, Friedensfürst und Förderer der Künste
Cover: Federico da Montefeltro, Herzog von Urbino
Deutscher Kunstverlag, Stuttgart - München - Berlin 2002
ISBN 9783422063549
Gebunden, 454 Seiten, 39,90 EUR

Klappentext

Mit 48 SW- und 20 Farbabbildungen auf Tafeln sowie zwei SW-Karten. Federico da Montefeltro (1422-1482) war einer der bedeutendsten Fürsten der Renaissance und eine der interessantesten Persönlichkeiten seiner Zeit. Als Condottiere hat er im Laufe seines Lebens verschiedenen Herren gedient, über mehrere Jahrzehnte dem Papst, der ihm 1474 den erblichen Herzogstitel verlieh, sowie dem König von Neapel. Mehr noch als das Kriegführen interessierte ihn jedoch die Durchsetzung einer Politik des Gleichgewichts, die den italienischen Staaten den Frieden erhalten sollte. Berühmt geworden ist Federico auch durch seine für einen Condottiere ungewöhnliche Bildung. Seine Aufträge in Architektur und Kunst und seine umfangreiche Humanistenbibliothek.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.06.2002

Der erste Teil des Buches ist eine Biografie des in der kriegerischen Auseinandersetzung höchst erfolgreichen Condottiere Federico da Montefeltro, der als Herzog von Urbino zugleich zu einem der größten Mäzene der Renaissance-Kunst wurde. Nach dem Tod des Autors Jan Lauts hat die Kunsthistorikerin Irmlind Luise Herzner das Buch mit einem umfangreichen zweiten Teil vollendet, in dem sie die von Federico geförderten Kunstwerke vorstellt und deutet. Die Rezensentin Claudia Lanfranconi findet das Buch als Ganzes "imposant", referiert die Biografie, lobt auch die Erzählweise Lauts und hat nur einzuwenden, dass bei seinem Bemühen, Federico da Montefeltro in möglichst strahlendem Licht zu zeigen, die eine oder andere Schattenseite verschwiegen wird. Ihre ganze Sympathie aber wird den von Irmlind Luise Herzner verfassten Kapiteln zuteil, die das Buch, so Lanfranconi, zum "Standardwerk der Kunstgeschichte" werden lassen. Es gelinge Herzner nicht nur, den "fließenden Erzählstil" Lauts "kongenial" fortzusetzen, auch der kunstgeschichtliche Forschungsstand werde bestens dargestellt und die eine oder andere neue Deutung vorgelegt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.06.2002

Emil Maurer ist sehr angetan von dieser Monografie über den Herzog von Urbino, der von 1422 bis 1482 als bedeutender Kriegsherr und Kunstförderer wirkte. Dass der Band, der von Lauts begonnen wurde, nach seinem Tod durch Herzner weitergeführt wurde, bezeichnet der Rezensent als ausgesprochenen "Glücksfall", da es, wie er meint, der Autorin mit "komplementärem Geschick" gelungen ist, den "Ton" des ersten Teils beizubehalten. Maurer lobt die "angenehme Knappheit und Sachnähe" der Monografie und findet zu seiner Freude auch die neuere Literatur zu Montefeltro "kritisch" eingearbeitet. Sowohl der Teil über das Leben und Treiben des Herzogs wie auch die kunsthistorischen Ausführungen über durch ihn in Auftrag gegebene Bauwerke und Gemälde preist der Rezensent kenntnisreich für ihre Genauigkeit. Dabei begeistert ihn besonders die "neue, interessante Rekonstruktion" über die Abfolge der zwischen 1472 und 1476 entstandenen 28 Tafelbilder über Vorbilder des Herzogs.