Aus Anlass des 100. Geburtstags von Hilde Domin am 27. Juli 2009 erscheint mit der Biografie von Marion Tauschwitz die erste Gesamtdarstellung über das Leben und literarische Werk der großen deutschen Nachkriegslyrikerin. Auf der Grundlage intensiver Recherchen in Deutschland, Italien und der Dominikanischen Republik sowie der Erschließung bislang unveröffentlichter Quellen und der erstmaligen Auswertung von über tausend Briefen im Literaturarchiv Marbach gelangt die Autorin zu überraschenden, neuen Erkenntnissen über Leben und Persönlichkeit Domins, ihre literarische Bedeutung und den männerdominierten Literaturbetrieb. Breiten Raum nimmt in diesen Schilderungen die unkonventionelle und konfliktreiche Ehe mit dem Kunsthistoriker Erwin Walter Palm ein.
Wenig kann Rezensentin Ulla Hahn dieser Hilde-Domin-Biografie abgewinnen, die für sie unter die Rubrik "postume Entblößungen" und "Szenen einer Ehe" fällt, ohne Hilde Domin und ihrem Mann Erwin Palm, die Hahn "zwei ungewöhnliche Menschen" nennt, gerecht zu werden. Auch lässt das Buch für die Rezensentin die Frage offen, wie Hilde Domin in der angeblich so beengenden Ehe ihre schönsten Gedichte hat schreiben können. Nahezu naiv beziehe die Biografin Lebensdaten und Gedichtzeilen aufeinander, reales und lyrisches Ich und benutze auch den Roman "Das zweite Paradies" wie "Dokumente zum Tagesgeschehen". Auch fehlt der Rezensentin "die eigentliche Kernaufgabe" einer Biografie, nämlich Aufarbeitung intellektueller Einflüsse auf das Schaffen und Denken Domins. Ebenso suchte sie eine Einordnung dieser Dichterin in die Literaturgeschichte vergebens.
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