Der Umgang mit religiösen Kleidervorschriften in der öffentlichen Schule gehört derzeit in vielen europäischen Staaten zu den besonders umstrittenen Themen öffentlicher Auseinandersetzung sowie rechtswissenschaftlicher Fachdiskussion. Maria Pottmeyer stellt der in Deutschland sehr grundsätzlich geführten Diskussion den pragmatischeren Umgang mit der Problemlage in England gegenüber. Sie analysiert die jeweils auf der nationalen Ebene gefundenen Lösungen vor ihren unterschiedlichen religionsverfassungsrechtlichen Hintergründen, in ihren dogmatischen Zusammenhängen und unter Einbeziehung der EMRK. Während in England die grundsätzliche Offenheit gegenüber religiösen Bekenntnissen an Bedeutung gewinnt, wird in Deutschland zunehmend versucht, der wachsenden religiösen Vielfalt durch ein religiöse Bezüge stärker ausgrenzendes Neutralitätsverständnis Rechnung zu tragen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.12.2011
Maria Pottmeyers Vergleich der rechtlichen Grundlagen für religiöse Bekleidung an öffentlichen Schulen in England und Deutschland animiert den Rechtsphilosophen und ehemaligen Richter des Bundesverfassungsgerichts Ernst-Wolfgang Böckenförde zu wahren Lobeshymnen. Vorbildlich stellt die Autorin in ihrem Buch den aktuellen Stand der Debatten, die rechtlichen Voraussetzungen, das Verhältnis von Staat und Religion sowie Einzelfragen dar, preist der Rezensent. Kenntnisreichtum, Detailtreue, Sorgfalt und eine äußerst differenzierte Sichtweise attestiert der begeisterte Rezensent der Autorin, und deshalb kann er sich auch ihrer deutlichen Ablehnung eines generellen Verbots religiöser Kleidung, wie es in einigen Bundesländern beschlossen wurde, nahtlos anschließen.
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