Klappentext
Aus dem Russischen von Nina Frey und Stephan Pauli. Die Lebensgeschichte einer der wichtigsten russischen Dissidentinnen2012: Mit ihrem Punk-Gebet "Jungfrau Maria, verjage Putin" in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale schreien Maria Aljochina und ihre Mitstreiterinnen von Pussy Riot eine Warnung vor den Gefahren des russischen Autoritarismus in die Welt hinaus. Für ihren Mut zahlen sie mit Gefängnis. Nachdem Maria zwei Jahre später im Rahmen einer Amnestie vorzeitig aus der Haft entlassen wird, ist das Land noch repressiver geworden. Innenansichten aus dem heutigen Russland von einer mutigen jungen FrauAls der Krieg gegen die Ukraine beginnt und die russische Opposition zum Schweigen gebracht wird, protestieren sie und ihre Freunde weiter. Vor einer erneuten Gefängnisstrafe flieht Maria 2022 aus Russland - verkleidet als Essenslieferantin.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.12.2025
Spätestens seit 2012 und der Aktion in einer Moskauer Kathedrale kennt man Pussy Riot-Mitglied Maria Aljochina als Oppositionelle gegen Putin, hält Rezensentin Alexandra Wach fest: Sie war daraufhin in einer Strafkolonie und hat vor einigen Jahren bereits eine Autobiografie verfasst. Beklemmend findet Wach es, wie sie nun, in Zusammenarbeit mit ihrer Kollegin Olga Borisova, die Zeit bis zu ihrer Flucht 2022 schildert, die geprägt war von staatlicher Gewalt gegen Pussy Riot, von gesperrten Konten, Hausarresten und Beschlagnahmungen. Die Kritikerin liest von ewigen Verhören, von Angriffen durch Gegendemonstranten und Polizisten, von dem hohen persönlichen Preis, den Aljochina für ihre Haltung zahlen muss, aber auch von Psychiatrieaufenthalten in ihrer Jugend und von der Liebe zu ihrer Mitstreiterin Lucy. Dabei entfalte sich auch ein temporeich geschriebenes Bild von Putins Russland, dessen imperiale Absurdität keinen Protest mehr erlaube.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.12.2025
Rezensent Jens Uthoff liest mit Maria Aljochinas Biografie die Geschichte eines vehementen Kampfes gegen Kirche, Staat und Patriarchat - eine Geschichte darüber, was es bedeutet, feministischen Widerstand zu leisten in einer Diktatur. Aljochina, die vor allem als Teil des Kollektivs "Pussy Riot" bekannt geworden ist, erzählt darin von ihrem Aufwachsen in Moskau unter dem Einfluss oppositioneller Künstlerinnen und Künstler und davon, wie sie Teil der Gruppe "Pussy Riot" wurde. Auch lässt sie sämtliche Aktionen der Gruppe noch einmal Revue passieren, lesen wir, und berichtet von den jeweiligen politischen Reaktionen darauf - vom Straflager etwa, in dem sie über ein Jahr verbrachte, nachdem sie in einer Kathedrale in Russland ihr berühmtes Punkgedicht vorgetragen hatte. Statt es jedoch bei bloßen Berichten zu belassen, nutzt Aljochina ihre Geschichte, um die Biopolitik des russischen Regimes zu analysieren und zugleich an jene zu erinnern, die dagegen Widerstand leisteten und leisten, erklärt Uthoff. Eines expliziten, abschließenden Urteils über Aljochinas Buch, enthält sich der Rezensent.
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