Margit Schreiner

Haus, Friedens, Bruch

Cover: Haus, Friedens, Bruch
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN 9783895612770
Gebunden, 200 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

In Margit Schreiners neuem Roman "Haus, Friedens, Bruch" wird nichts und niemand geschont. Gnadenlos und bitterböse spricht die Erzählerin über die Nachbarn, die Literaturkritiker, die Jugend und die Alten, die Gläubigen und die Sandler und immer wieder über unglückliche und glückliche Paare.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.06.2008

Laura Weissmüller macht mit diesem Roman von Margit Schreiner kurzen Prozess. Das Lamento der Ich-Erzählerin, die sich mit einer pubertierenden Tochter, einem unentschlossenen Geliebten und als Schriftstellerin mit einer Schreibblockade herumschlägt, ist eine einzige Klischeeschleuder, befindet die zutiefst angeödete Rezensentin. Seichtigkeit, haltlose Übertreibungen und entlegene Vergleiche stören die gründlich gelangweilte Rezensentin zusätzlich, die das Buch an eine Vorabend-Soap erinnert, nur dass sich der Roman über 247 Seiten hinzieht.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 01.12.2007

"Durch und durch österreichisch" findet Rezensentin Bettina Koller dieses Buch, dass ihrer Beschreibung zufolge irgendwie zwischen Alltag, Kinderpsychiatrie und Literaturbetrieb spielt. Mit dem Begriff "österreichisch" meint die Rezensentin das Genre des "hemmungslosen Schwadronierens", das missmutige Nörgeln über diagnostizierte Unzulänglichkeiten aller Art. Das ist naturgemäß oft recht vergnüglich, führt inhaltlich wohl nur bedingt in wirklich spannende Regionen, wenn man die Beschreibung der Rezensentin richtig deutet. Zu den Stärken des als innerer Monolog verfassten Buchs zählt sie die Fähigkeit der Autorin, Belanglosigkeiten zu einer gewissen Wichtigkeit, Alltäglichem sogar zu Magie zu verhelfen. Auch der permanente Vergleich zwischen Deutschland und Österreich zählt für die Rezensentin zu den hintergründigen Highlights dieser Suada.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.10.2007

So ganz klar wird nicht, ob Rezensent Leopold Federmair diesen monologartigen Roman nun empfehlen kann oder nicht. Zwar konstatiert er, dass das Buch doch wesentlich vielschichtiger ist, als es auf den ersten Blick erscheint, und dass man in dem scheinbaren "höheren Kaffeetratsch einer gebildeten Frau der 68er Generation" ganz unterschiedliche literarische Bezüge entdecken kann. Trotzdem, so bemerkt er, sind die Einfälle von Margit Schreiner nicht ganz so originell, denn die "von ihr wiederholt gebrauchten Redeformeln" gleichen denen ihres bislang erfolgreichsten Romans "Haus, Frauen, Sex". Federmair geht davon aus, dass die Lektüre dieses "assoziativ dahinmäandernden Erzählwerks" für den Leser einige mühevolle Durststrecken bereithält. Dennoch empfiehlt er, durchzuhalten, denn das letzte Kapitel mache alle Schwächen wieder wett. Es wirkt "als seien die fünf Kapitel davor nur ein lustiges Vorspiel für diese eindrucksvolle und berührende Prosa."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.10.2007

Ausdrücklich "beeindruckt" ist die Rezensentin Daniela Strigl von Margit Schreiners, nein, nicht Roman, sondern "Puzzle" mit dem kommareichen Titel "Haus, Friedens, Bruch". Es gebe ja, räumt sie ein, oft genug gar nichts Langweiligeres als Bücher, in denen Autorinnen oder Autoren sich ihre Schaffenskrisen und -blockaden von der Seele schreiben, indem sie eben über diese Krise schreiben. Das tut Margit Schreiner hier auch und dass es reichlich autobiografrisch zugeht dabei, das glaubt die Rezensentin in Kenntnis des Werks der Autorin voraussetzen zu dürfen. So erfährt man nun vom "Entsetzen" der freilich namenlosen Ich-Erzählerin über die Produktivität ihrer Kolleginnen und Kollegen. Ihre Geschirrspülmaschine kommt ebenso vor wie der Ex-Mann und der Massage-Stuhl "Cumulus". Es ist all dies aber, versichert Strigl, gar nicht langweilig, sondern treffe einen immer wieder und mitten im unverfänglichsten Parlando ganz unversehens wie ein Schlag "in die Magengrube".