Aus dem Französischen von Michaela Angermair. Ein kleiner Junge wächst im Paris der Nachkriegszeit in einer gutbürgerlichen Familie auf, in deren Wohnzimmer das Werk einer weltberühmten Malerin ganz unspektakulär und selbstverständlich die Wand ziert: Es handelt sich um das Gemälde "Das Herz von Frida Kahlo", und von klein auf zieht die rätselhafte Darstellung einer von einer goldenen Stange durchbohrten jungen Frau, zu deren Füßen ein riesiges, blutendes Herz am Meeresufer liegt, den sensiblen Jungen in seinen Bann. Doch erst Jahrzehnte nach dem Tod seines Vaters - das Bild ist längst versteigert und sein Aufenthaltsort nicht mehr auszumachen - erhält er den Hinweis, dass "Das Herz" für eine veritable Liebesgeschichte steht: Als Frida Kahlo im Januar 1939 nach Paris reist, um auf Einladung des Surrealisten André Breton an seiner Ausstellung "Mexiko" teilzunehmen, beginnt sie eine Affaire mit dem Vater des Autors.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.05.2021
"Das Herz" - so lautete einer der Titel des Gemäldes, das Frida Kahlo ihrem französischen Geliebten Michel Petitjean im Jahr 1939 schenkte, bevor sie ihn und Paris verließ, um zu ihrem Mann Diego Rivera nach Mexiko zurückkehren, klärt Rezensentin Gina Arzdorf auf. Um jene Liebesaffäre, aber nicht nur, dreht sich das Buch, das Petitjeans Sohn Marc nun geschrieben hat und das die Kritikerin nicht als Roman bezeichnen möchte. Den der Autor trägt neben zahlreichen Fragmenten aus Kahlos Biografie, Briefzitate und Bildbeschreibungen zusammen, blickt auf das Paris jener Jahre, auf historische und politische Hintergründe und beleuchtet sogar die Affäre zwischen seinem Vater und der Malerin so nüchtern und faktenreich, dass die Rezensentin nicht gerade besonders viel Romantik verspürt. Der Mix aus Fiktion und Fakten mag nicht jeden Leser befriedigen, räumt sie ein, aber eine so "schnörkellose" Paris-Hommage hat man selten gelesen, meint sie.
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