Manuel Fernandez Alvarez

Karl V.

Herrscher eines Weltreichs
Cover: Karl V.
Heyne Verlag, München 1999
ISBN 9783453170483
Taschenbuch, 272 Seiten, 8,64 EUR

Klappentext

Er war der Begründer des Imperialismus in Europa und strebte eine Gesellschaft an, die frei von nationalen Schranken und einig in Weltanschaung und Glauben war: Karl V. (1500 - 1558), die große Herrschergestalt der europäischen Geschichte, feierte während seiner Regierungszeit zahlreiche Siege und Triumphe. Und dennoch konnte er seine Vision der Einheit nicht gegen die Reformation und die aufkommenden National - und Territorialstaaten verwirklichen. 1556 legte der Habsburger enttäuscht und resigniert die Kaiserkrone nieder und übertrug die Regentschaft seinem Sohn Philipp II. Der spanische Historiker Manuel Fernandez Alvarez schildert den beindruckenden Lebensweg des letzten großen Kaisers in der europäischen Geschichte.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 24.02.2000

Friedrich Prinz bespricht das Buch zusammen mit "Karl V." von Alfred Kohler (C.H. Beck), "Kaiser Karl v." von Ernst Schulin (Verlag W. Kohlhammer), "Taschenlexikon Karl V." (Piper Verlag), "Karl V." von Sigrid-Maria Grössing (Amalthea Verlag) und "Des Kaisers Frauen" von Rosine DeDijn (Deutsche Verlags-Anstalt).
1) Alfred Kohler: "Karl V."
Hierbei handelt es sich nach Ansicht des Rezensenten um eine "gehaltvolle, höchst konzentriert geschriebene Biografie". Prinz hebt den wissenschaftlichen Charakter des Werks hervor, lobt den Verzicht auf alle Psychologisierung und streicht heraus, wie kenntnisreich Kohler zunächst den Forschungsstand referiert. Es habe zwei Schulen bei der Betrachtung des Kaisers gegeben, eine "süd-" und eine "mitteleuropäische". Prinz gefällt es, wie Kohler diese beiden Stränge zusammenführt und "die jeweiligen Problemfelder klar auf den Punkt" bringt. Trotz des Verzichts auf alle romanhafte Identifikation werde auch die Person des Kaisers - seine Familienpolitik, sein Verhältnis zu Frauen, seine Religiosität - klar umrissen. 2) Ernst Schulin: "Kaiser Karl V."
Prinz lobt die Knappheit und den sehr informativen Gehalt des Buchs, fragt sich aber, wie sinnvoll es ist, den Weg des Kaisers dreimal zu erzählen, nämlich je nach den Regionen, um die es in den einzelnen Kapiteln geht. Die Illustrationen des Bandes finden Prinz` Lob.
3) Friedemann Bedürftig: "Taschenlexikon Karl V."
Auch diesen Band lobt Prinz in einer kurzen Bemerkung als informativ und weist vor allem auf die Kurzbiografien hin. Seine Grenzen zeige das Genre des Lexikons allerdings, wenn es um Personen wie Luther gehe, die in einem solchen Rahmen nicht angemessen gewürdigt werden könnten.
4) Manuel Fernandez Alvarez: "Karl V."
Anders als Kohler oder Schulin, so Prinz, wendet sich Alvarez an ein breiteres Pubikum. Dabei konzentriere sich der Autor ganz auf die Person des Herrschers.
5) Sigrid-Maria Grössing: "Karl V."
Auch Grössing schreibe romanhafter, dabei gehe es aber auch um die Familie Karls V.. "Unterhaltend".
6) Rosine DeDijn: "Des Kaisers Frauen"
Diesen Band scheint Prinz unter den eher populären Büchern über Karl V. vorzuziehen als eine Art farbenfrohe Reise, wobei Flandern, der Region der Hauptautorin des Bandes, besonderes Gewicht zukomme. "Üppig" sei der Band durch die vielen Farbillustratioen und bilde damit quasi einen "Gegenpol des streng wissenschaftlichen Werkes von Alfred Kohler".
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