Aus dem Amerikanischen von Anette Grube. Mit 17 verliebt sich Meera unsterblich in Dev, den Gewinner eines Gesangswettbewerbs. Die Sehnsucht in seiner Stimme spricht direkt zu ihrem Herzen, und mit allem Überschwang und Trotz jugendlicher Leidenschaft setzt sie sich gegen ihre Familie durch und heiratet ihn. Sie sagt dem Wohlstand und dem liberalen Geist ihres Elternhauses Lebwohl und taucht in die strenggläubige, konservative Welt von Devs mittelloser Familie ein. Und sehr bald wird Meera klar, dass sie nicht im Märchen ihrer Träume gelandet ist: Frauen haben im gerade unabhängig gewordenen Indien nicht viel zu sagen. Als das junge Paar nach Bombay zieht, in die Stadt des Films und der Musik, in der Dev seine Sängerkarriere zu verwirklichen hofft, ist Meera zwar von den Anforderungen seiner Familie befreit, aber sie muss zusehen, wie die Selbstachtung ihres Mannes mit jeder Niederlage schwindet und er ihr immer mehr entgleitet. Erst als Meera einen Sohn bekommt, Ashvin, findet sie die ersehnte Erfüllung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.12.2009
Rezensentin Irene Binal findet diese indische Geschichte eigentlich ganz gelungen - auch wenn es, wie sie einräumt, "größere und literarisch wertvollere Romane" gibt. Doch das Buch um eine "komplexe und nicht unbedingt sympathische" Frauenfigur, die ihr Heil in der Mutterrolle sucht, ist Manil Suris gefeiertem Debütroman "Vishnus Tod" als Nachfolger durchaus würdig. Binal konstatiert, dass bei fortschreitender Lektüre des Buchs klar wird, dass es dem Autor nicht um das Abarbeiten an einem "Gesellschaftsbild" oder der höchst verwickelten politisch-sozialen Gemengelage in Indien nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihm geht es, wie die Rezensentin betont, sehr wohl um die individuelle "Psychologie seiner Figuren".
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