Der Russlandexperte Manfred Quiring unterzieht das Regime Putin einer radikalen Kritik. Er untersucht die Strukturen des autokratischen Systems und stellt die bisher kaum behandelte Verquickung der russischen Eliten aus Geheimdienst und Militär mit kriminellen Gruppen dar. Zugleich geht er auf das Konzept der "russischen Welt" ein und beschreibt deren nationalistische Vordenker. Quiring analysiert, wie der Kreml versucht, Europa zu spalten und dabei Mittel der hybriden Kriegsführung einsetzt, bis hin zu verdeckten Cyberattacken. Dabei bezieht er die Urteile deutscher und internationaler Russlandexperten ein.
Mit großem Interesse hat Rezensentin Barbara Kerneck Manfred Quirings Putin-Biografie gelesen. Der Journalist, der zwischen 1982 und 2010 als Korrespondent in Moskau lebte, greift in seinem kenntnisreichen Buch über Putin nicht nur auf die Panama-Papers, sondern auch auf eigene Interviews zurück, informiert die Kritikerin. Die Beweggründe von Putins Handeln im Bezug auf sein Verhältnis zum Westen kann ihr Quiring vor allem mit Blick auf dessen materielle Interessen anschaulich erläutern: Der Autor gewährt ihr tiefe Einblicke in Putins Verstrickungen in Geldwäsche am Komosol-See und Verbindungen zur spanischen Mafia. Eine unabhängige Justiz im eigenen Land hielte Putins Regime gar nicht aus, lernt die Rezensentin bei Quiring.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.06.2017
Um Putin zu verstehen, greift Daniel Brössler zum Buch des Russland-Kenners Manfred Quiring. Der zeigt laut Brössler nicht nur die Verbindungen von Macht und Mafia in Putins Geheimdienststaat, sondern auch, wie zielstrebig Putin an der Zerstörung der Demokratie arbeitet, um imperiale Macht wiederzuerlangen. Ein hässliches Bild, meint der Rezensent und ist dennoch dankbar, wenn der Autor auch gleich noch den Mythos von Russland als Opfer westlicher Expansion demontiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.03.2017
Laut Rezensent Ulrich Schmid holt der Autor historisch weit aus in seinem "lesenswerten" Buch über die Machtkontrollmechanismen im Kreml. Manfred Quiring schildert dem Rezensenten nicht nur den Aufstieg Putins und die Konstanz seiner nationalkonservativen Ansichten, sondern auch die Versuche, seine persönliche Biografie wie die Geschichte des Landes zu kontrollieren. Der russischen Geschichtspolitik widmet Quiring laut Rezensent sogar ein eigenes Kapitel. Die Verbindungen des Kremls zu nationalistischen Parteien in Europa schlüsselt der Autor ihm ebenfalls auf.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…