Das Buch richtet sich an Kinder und an neugierig gebliebene Erwachsene, die insgeheim philosophieren. Denn Philosophieren ist eigentlich nichts anderes als das Weiterdenken von Kinderfragen im Erwachsenenalter. Wenn es die Titelfrage hörte, würde das Sams bestimmt ausrufen: "So eine dumme Frage, so eine strohdumme Frage! Wer sollte ich denn sonst sein, wenn nicht ich?" Auf den ersten Blick mag das einleuchten, auf den zweiten ist das gar nicht so klar, denn wäre ich nicht geboren worden, gäbe es den Ich - Sager gar nicht.
Rezensent Ludger Lütkehaus ist kein Kind mehr. Trotzdem attestiert er Manfred Frank, eine Sprache zu sprechen, die sowohl die kleinen als auch die nicht wenigen großen Leser dieses Bandes verstehen. Zudem heimst Frank Rezensentenlob für Vorbereitung und Unterhaltungstalent ein. "Er ist kein Langweiler", so viel steht für Lütkehaus fest. Die Frage nach dem Ich ist dagegen offenbar nicht so leicht zu beantworten, was der Autor am Ende des Buches auch einräumt. Das findet der Rezensent wiederum sehr klug. Für nachgerade genial hält er Franks Entscheidung, auf die schwierigsten Fragen einen Dichter antworten zu lassen. So beweise Frank schließlich nebenbei, dass Peter Handke auch einfach schreiben kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2007
Manfred Frank habe es selbst als Berufsphilosoph geschafft, seine "Kindlichkeit" zu erhalten und immer wieder grundsätzliche Fragen zu stellen, stellt Christian Geyer bewundernd fest. Frank sei Experte für Identitätsfragen, und aufgrund seiner anhaltenden Neugierde auf das Phänomen des "Ich" gut geeignet, Kindern derlei Fragen zu beantworten. Der vorliegende Text folgt dem Vortrag, den Manfred Frank an der Tübinger Kinder-Uni gehalten hat. Geyer ist nach der Lektüre überzeugt, dass Frank den Kindern zu diesem Thema "vieles zu sagen" hat. Er löse die verwirrende Frage nach dem "Ich" in viele kleine Geschichten und "schöne" Bilder auf und bleibe dabei redlicherweise eine genaue und damit einseitige Antwort schuldig.
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