Manfred Dierks

Thomas Manns Geisterbaron

Leben und Werk des Freiherrn Albert von Schrenck-Notzing
Cover: Thomas Manns Geisterbaron
Psychosozial Verlag, Gießen 2012
ISBN 9783898068116
Gebunden, 380 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Der Münchener Psychotherapeut und Mediziner Albert von Schrenck-Notzing war ein reicher, fanatischer Außenseiter, der sich in seinem Palais ein okkultistisches Labor eingerichtet hatte. Dort veranstaltete er Séancen, die auch Persönlichkeiten seiner Zeit wie Thomas Mann anzogen. Die dabei präsentierten Medien erzeugten den konkreten Eindruck, sie würden mit psychischer Energie menschliche Gliedmaßen produzieren. Dieses Phänomen stieß sowohl auf heftige Ablehnung als auch auf Faszination so hatte Thomas Mann "nicht den Schatten eines Zweifels" an der okkulten Echtheit der Materialisation, die er sah.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.11.2012

Manfred Dierks hat eine Biografie des Münchener Freiherrn Albert von Schrenck-Notzing vorgelegt, berichtet Martin Halter. Der Freiherr war ein schillernd-skurriles Mischwesen aus Wissenschaftler, Großindustriellem und begeistertem Liebhaber alles Okkulten, fasst der Rezensent zusammen. Mit der Zeit tauchte Schrenck-Notzing allerdings immer mehr in sein düsteres Hobby ab, Séancen und Geister wurden zu seiner Obsession. Sogar Thomas Mann faszinierten der okkulte Unfug des Freiherrn und dessen Versuche des "Absuggerierens" homosexueller Neigungen - so sehr, dass er dem "Geisterbaron" einen Auftritt in seinem "Zauberberg" verpasste, berichtet der Rezensent. Halter wundert sich etwas, wie viel dichterische Freiheit sich der Autor in der Beschreibung einzelner Begebenheiten zugesteht. Das nimmt einer Biografie die Überzeugungskraft, findet der Rezensent. Schön wäre gewesen, zu erfahren, ob Dierks die kruden Ansichten über Homosexualität in seinem Buch wenigstens in Ansätzen problematisiert. Der Rezensent lässt sie unkommentiert.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.08.2012

Der Studie von Manfred Dierks über den Münchner Geisterbaron Albert von Schrenck-Notzing versetzt Oliver Pfohlmann zurück zu den Anfängen der Hypnose und der okkultistischen Sitzungen, zurück auch zu Thomas Manns Erfahrungen damit und den entsprechenden Kapiteln im "Zauberberg". Sympathisch findet Pfohlmann, dass sich der Autor nicht lustig macht über den Baron, obgleich dieser durchaus Angriffsfläche bietet. Stattdessen präsentiert ihm Dierks eine ebenso kenntnisreiche wie einfühlsame Darstellung und überrascht den Rezensenten mit romanhaften Momenten. Den Blick für die pragmatischen Motivationen hinter der Geisterbeschwörung verliert er darum dennoch nicht, wie Pfohlmann feststellt.
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