Makoto Ooka

Dichtung und Poetik des alten Japan

Fünf Vorlesungen am College de France
Cover: Dichtung und Poetik des alten Japan
Carl Hanser Verlag, München 2000
ISBN 9783446198593
Broschiert, 152 Seiten, 15,24 EUR

Klappentext

Übersetzung des Textes aus dem Französischen von Elise Guignard. Nahwort und Übersetzung der Gedichte aus dem japanischen von Eduard Klopfenstein. In fünf vielbeachteten Vorlesungen am College de France hat Japans bekanntester Dichter, Ooka Makoto, eine Poetik der klassischen japanischen Lyrik entworfen. Früher als in anderen Kulturen entwickelte sich bereits im 9. Jahrhundert eine hochartistische Formensprache, deren Ergebnisse - Tanka, Haiku, Waka und Renga - bis heute nichts von ihrer Unmittelbarkeit und Schönheit verloren haben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.09.2000

Ein sehr spezielles Thema - die traditionelle Dichtung Japans -, und doch sei dieses Buch für alle Liebhaber des Gedichts eine Entdeckung, meint Hugo Dittberner. Ihn wundert zunächst, dass der mittlerweile in Frankreich lebende Autor, der selbst durch die eher unkonventionelle Praxis der gemeinschaftlich verfassten Kettengedichte bekannt geworden ist, sich der formal streng gefassten Dichtung des alten Japans annimmt. Aber, so läst uns Dittberner wissen, da liegen die Wurzeln des Autors Ooka, dessen Vater "tanka"-Gedichte schrieb. Der Vorgänger des "tanka", der "waka", sei das Herz der japanischen Literatur, so der Rezensent, und bedeute soviel wie: "Gedicht, gesungen in Übereinstimung". Der Ton von Ookas Poetik-Vorlesungen sei, dem Thema angemessen, beiläufig und etwas förmlich, gespickt mit liebevollen Wiederholungen, die Texte somit hervorragend für eine Einführung in das Thema geeignet.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.09.2000

Man braucht selbst gar nichts von japanischer Literatur zu verstehen, um sofort neugierig auf dies Buch zu werden. Beeindruckt und beeindruckend zugleich beschreibt Hans Jürgen Balmes es als Einführung in die Grundlagen der japanischen Ästhetik schlechthin und zeichnet deren Entwicklung in kurzen Zügen sehr verständlich nach. Makoto selbst stoße seinen Leser auf Texte, "die als Gründungsakte japanischer Ästhetik gelten dürfen". Ähnlich wie die europäische habe sich auch die japanische Literatur aus "zwei Sprachen und Schriften" heraus entwickelt. Immer genauer führe Makoto in eine "Poetik des lyrischen Sprechens" ein. An Schnittstellen zieht Balmes Vergleiche zur europäischen Literatur. Namen wie Sappho oder Petrarca fallen. Balmes macht auch einen kurzen Ausflug ins literarische Werk des Literaturwissenschaftlers, lobt die Übersetzung der Vorlesungen von Elise Guignard und die der enthaltenen Versbeispiele von Eduard Klopfenstein. An das Collège de France, wo diese Vorlesungen gehalten wurden, habe schon "Paul Valérie seine Poetik gerichtet". Am Ende ist man fast süchtig geworden nach der Logik seiner Argumente. Und neugierig, dies Buch selber in die Hand zu nehmen, das einem die Schönheit einer nichteuropäischen Literatur scheinbar so spielerisch zu Füßen legt.