Hannover 1979. Koffer packen, die Schule benachrichtigen - Thomas, 16 Jahre, macht sich buchstäblich bei Nacht und Nebel mit seiner Familie auf den Weg in die DDR. Der Grund für den hastigen Aufbruch ist nicht der todkranke Opa in Usedom, wie Thomas' Vater behauptet. Er ist ein "Kundschafter des Friedens", ein Spion der DDR, wurde enttarnt und muss sich nun in den Osten absetzen. So findet sich Thomas unvermittelt in einem falschen Leben wieder: in Ost-Berlin, an einer Schule mit Fahnenappell und Wehrkunde, von der Stasi bespitzelt. Alle Versuche der Familie, in den Westen zurückzukehren, misslingen. Thomas und seine Eltern landen im berüchtigten Stasi-Gefängnis Bautzen II …
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 15.10.2025
Für Rezensentin Eva-Christina Meier ist Maja Nielsens Jugendroman eine gute Umsetzung des Vorhabens, Jugendlichen die DDR-Geschichte näherzubringen: Im Zentrum steht der sechzehnjährige Thomas, der von einem Tag auf den anderen in die DDR ziehen muss, weil die Spionagetätigkeit seines Vaters im Westen aufzufliegen droht. Gebannt liest Meier von den Erlebnissen, die Thomas zwischen "Stasi-Hochhaus", einer Lehre im volkseigenen Betrieb und Haft in Bautzen nur deshalb machen muss, weil sein Vater unter dem Druck der Stasi die folgenschwere Entscheidung zur Spionage getroffen hat. Gerade dadurch, dass Thomas und sein Bruder ihre BRD-Erfahrungen mit der neuen DDR-Realität konfrontieren, ergibt sich laut der Rezensentin ein differenziertes Bild deutsch-deutscher Geschichte, das Maja Nielsen spannend geschrieben hat.
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