Stefan ist ein geliebtes Kind - umgeben von Oma und dem lieben Großvater, den großen Schwestern, den Eltern. Leider muss er Geige lernen, weil man in der Kita befunden hat, dass er dafür "geeignet" ist. Später tauscht er die Geige gegen den Judo-Anzug aus. Hauptsache kein Stubenhocker, meint der Vater. Und das ist Stefan wahrhaftig nicht!Stefans Vater hat eine Arbeit, die geheim bleiben muss. Stefan weiß nichts über die Stasi, er kriegt nur manchmal mit, wie sein Vater nachts nach Hause kommt und Hilfe braucht, weil mit den Russen mal wieder zu viel Wodka im Spiel war. Immer diese Trinksprüche! Man kann doch auch mit Kakao auf die Freundschaft trinken, findet Stefan und probiert es gleich mit seiner Freundin Pfläumchen aus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.07.2025
Stefan Schwarz legt hier ein Buch vor, das Kindern Aspekte des Lebens in der DDR näherbringen kann, glaubt Rezensentin Cornelia Geißler. Der Autor wuchs als Sohn eines Stasi-Funktionärs auf, lesen wir, auch die Kinder, die in seinen Kindergarten gingen, entstammten ähnlichen Familien. Das Buch behandelt die Lebensjahre drei bis acht des Autors, fährt Geißlers Zusammenfassung fort, von Alltäglichem wie Judo- und Geigenunterricht ist die Rede, aber auch von Besäufnissen des Vaters mit Russen und allgemein klaren ideologischen Verhältnissen. Im Nachwort weist Schwarz Geißler zufolge darauf hin, dass auch solche Geschichten erzählt werden müssen, eben weil in der DDR vieles ungesagt bleiben musste. Die Rezensentin hält sich mit Wertungen zurück, scheint aber insgesamt von der Lektüre angetan zu sein.
Im Ansatz durchaus autobiografisch erzählt Stefan Schwarz in seinem Kinderbuch von einer Kindheit in der DDR, informiert uns Rezensentin Julia Lorenz. Papa ist bei der Stasi und als Geheimdienstmitarbeiter sollte er eigentlich das Rezept für einen perfektes Kakaogetränk finden - dies ist die größte Sorge des kleinen Stefan. Dass Schwarz von einer ganz normalen Kindheit erzählt und nicht vom Aufwachsen in einem Unrechtsstaat, in dem Außenseiter abgestraft werden, findet Lorenz ganz in Ordnung. So könne auch "die übernächste Generation noch verstehen soll, wie die DDR war", glaubt sie.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…