Aus dem Norwegischen von Ursel Allenstein. Das Finale des Klimaquartetts: Eine Kammer hoch im Norden, gefüllt mit Pflanzensamen aus aller Welt. Drei Brüder und ihre Großmutter, vereint in der Hoffnung, dieses letzte Band zwischen Mensch und Natur zu behüten. Tommy wächst in der kargen Landschaft Spitzbergens mit zwei Brüdern bei seiner geliebten Großmutter auf. Als wichtigste Lebensweisheit gibt sie ihm mit: In einer großflächig zerstörten Welt ist die Saatgutkammer ein Schatz, der mit allen Mitteln beschützt werden muss. Tommy soll diese Aufgabe später von seiner Großmutter übernehmen. In eindrucksvollen Bildern und mit viel Wärme erzählt Maja Lunde von der Bedeutung des Familienzusammenhalts und von unserem Umgang mit der Natur. Sie beschäftigt sich mit den drängenden Fragen unserer Zeit: Wie wurde der Mensch zu einer Spezies, die alles verändert hat? Und sind wir selbst eine bedrohte Art?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.06.2023
Rezensent Matthias Hannemann hat wenig auszusetzen am abschließenden Band von Maja Lundes vierteiliger Reihe über den Klimawandel, in dem eine Gruppe Jugendlicher auf Spitzbergen ums Überleben kämpft. Die Handlung spielt Anfang des 22. Jahrhunderts, lesen wir, die Umwelt ist schon kollabiert, die einzige Hoffnung liegt im "Svalbard Global Seed Vault", einem gesicherten Tresor mit dem "Saatgut von Nutzpflanzen aus aller Welt", der 2008 eröffnet wurde, und auch tatsächlich existiert, wie der Kritiker betont. Hannemann kann sich das Buch sowohl als Fernsehserie als auch Jugendbuch vorstellen: es ist spannend, verständlich geschrieben und hat eine starke Botschaft. Ab und zu gleitet das ein wenig in den Kitsch, aber diesen "Wärmestrahl" im Ausgleich zu den Apokalypse-Szenarien braucht es vielleicht auch, schließt der Kritiker.
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