Denis Pfabe

Die Möglichkeit einer Ordnung

Roman
Cover: Die Möglichkeit einer Ordnung
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783737102315
Gebunden, 336 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Levin Watermeyers Leben ist der Baumarkt. Schon immer arbeitet er dort, glaubt, alle Kollegen und ihre Schrullen, ihre Intrigen gegen- und Affären miteinander zu kennen - und er ist zufrieden. Aber dann bekommt seine komfortable Welt Risse. Der Baumarkt soll expandieren, schluckt Konkurrenten, und die undurchschaubare Pina Sommerfeldt, die eigene Ziele verfolgt, muss eingearbeitet werden. Watermeyers Welt wankt, er beginnt, alles zu hinterfragen. Und da ist noch Gesine Wächter, die sich an Ruiz heranmacht, den Chef und Workaholic. Der erhöht beständig den Druck, um der Performance gerecht zu werden - bis Umweltschützer auf dem Expansionsgelände ein Biotop der Gelbbauchunke vermuten. Mit dem Stillstand aller Pläne droht die Situation zu explodieren.Denis Pfabe erzählt mitten aus der Gegenwart: ein deutscher Mikrokosmos aus Kollegen und Kunden, von der Flaute im Winter bis zum Trubel in der Saison. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.08.2026

Rezensent Wolfgang Schneider entdeckt ein noch nicht völlig abgegrastes literarisches Milieu mit Denis Pfabes Baumarkt-Roman. Unterhaltsam und gewitzt findet Schneider, was Pfabe durchaus aus eigener Erfahrung über Zustände und Hierarchien im Baumarkt-Milieu zu berichten hat. Da ist der genervte Protagonist aus der Gartenmöbel-Abteilung und seine Kollegen, wie "Zuschnitt-Günther", deren Nöte und Ängste der Leser kennenlernt. Nebenstränge über den Niedergang eines Baumarktkönigs oder Doppellebenexistenzen, "schmissige" Formulierungen und dichte Beschreibungen machen Schneider Spaß, auch wenn es der Autor manchmal metaphernmäßig übertreibt, wie der Rezensent findet.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 07.02.2026

Temporeich und witzig erzählt Denis Pfabe vom Arbeitsalltag in einem Baumarkt, von einer Ordnung, die immer wieder erschüttert wird und sich dennoch beharrlich reproduziert, erklärt Rezensentin Cynthia Cornelius. Der Vergleich mit der Serie "Die Discounter" oder Thomas Stubers Film "In den Gängen" liegt hier nahe. Pfabe jedoch verhandelt sein Thema direkter, expliziter als der Kinofilm und geht dabei mehr in die Tiefe als die Serie, stellt Cornelius fest. Erzähler oder viel mehr "Wahrnehmungsorgan" der Baumarktwelt ist Levin Watermeyer, lesen wir. Präzise, nur selten ein wenig voyeuristisch, erfasst er die Dynamiken, die Funktionsweisen des Mikrokosmos, in dem er sich so sicher bewegt. Was dabei in ihm selbst vorgeht, davon erfahren wir allerdings wenig. So bleibt dieser Erzähler bei aller Anschaulichkeit dennoch seltsam unzugänglich, stellt Cornelius fest, ganz im Gegensatz zu Pina Sommerfeldt. Mit ihr wird der Baumarktalltag aufgemischt und eine zweite, spannungsreichere Erzählebene eröffnet. Zudem wird dieser neuen Protagonistin erzählerisch eine Tiefe und Lebendigkeit zuteil, die die Rezensentin sich auch für andere Figuren gewünscht hätte. Doch auch ohne dies kann die Kritikerin diesem Roman und seinem scharfsichtigen Autor viel abgewinnen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 29.01.2026

Einen "letztendlich hoffnungslos missglückten" Roman hat Denis Pfabe laut Rezensent Christoph Schröder geschrieben. Dabei ist das Setting vielversprechend: ein Baumarkt, auf dem sich diverse grob gezeichnete Figuren tummeln, die gleichzeitig stark typisiert und austauschbar wirken. Was ist das Problem? Pfabe stopft einfach zu viel hinein in sein Buch, ärgert sich Schröder, und es gelingt ihm einfach nicht, die einzelnen Themen sinnvoll zu verbinden. Drogenschmuggel kommt vor, auch ein Pornodreh, Umweltschutzfragen und Kapitalismuskritik ebenfalls. Auch sprachlich geht alles durcheinander, Umgangssprache steht neben scheinbar barocken Tönen, es scheint, als habe Pfabe einfach nur aufgeschrieben, was ihm gerade in den Kopf kommt, seufzt der Rezensent. Das kann der Autor deutlich besser, stellt Schröder klar, der offenbar verzeiht, dass auch mal ein Roman daneben gehen kann.

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