Mai Thi Nguyen-Kim

Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit

Wahr, falsch, plausibel - die größten Streitfragen wissenschaftlich geprüft
Cover: Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit
Droemer Knaur Verlag, München 2021
ISBN 9783426278222
Gebunden, 368 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Mit Illustrationen von Ivonne Schulze. Die Wissenschaftsjournalistin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim untersucht mit analytischem Scharfsinn und unbestechlicher Logik brennende Streitfragen unserer Gesellschaft. Mit Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnissen kontert sie Halbwahrheiten, Fakes und Verschwörungsmythen - und zeigt, wo wir uns mangels Beweisen noch zurecht munter streiten dürfen.

Themen: Die Legalisierung von Drogen, Videospiele, Gewalt, Gender Pay Gap, systemrelevante Berufe, Care-Arbeit, Lohngerechtigkeit, Big Pharma vs. Alternative Medizin, Homöopathie, klinische Studien, Impfpflicht, die Erblichkeit von Intelligenz, Gene vs. Umwelt, männliche und weibliche Gehirne, Tierversuche und von Corona bis Klimawandel: Wie politisch darf Wissenschaft sein? Fakten, wissenschaftlich fundiert und eindeutig belegt, sind Gold wert. Gerade dann, wenn in Gesellschaft und Politik über Reizthemen hitzig gestritten wird, braucht es einen Faktencheck, um die Dinge klarzustellen und Irrtümer und Fakes aus der Welt schaffen. Leider aber werden Fakten oft verkürzt, missverständlich präsentiert oder gerne auch mit subjektiver Meinung wild gemischt. Ein sachlicher Diskurs? Nicht mehr möglich. Dr. Mai Thi Nguyen-Kim räumt bei den derzeit beliebtesten Streitthemen mit diesem Missstand auf.



Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.06.2021

Rezensentin Sibylle Anderl kann Mai Thi Nguyen-Kims Buch über Wissenschaftsgläubigkeit nur unterstützen. Die in den Wissenschaftsjournalismus gewechselte Chemikerin, die mittlerweile fast alle relevanten Preise in dem Bereich abgeräumt hat, wie Anderl weiß, plädiert hier für ein größeres Vertrauen in die Wissenschaft im gesellschaftlichen Diskurs und führt dafür ganz praktische Fallbeispiele wie die Legalisierung von Drogen oder die Erblichkeit von Intelligenz an. Nguyen-Kims "Plauderton" merkt die Rezensentin zwar an, dass die Autorin hauptsächlich auf YouTube aktiv ist, betont aber, dass das Buch inhaltlich keinesfalls oberflächlich ausfalle - so würden auch komplizierte Methoden wie p-Hacking erklärt. Auch die Abgrenzung des wissenschaftlichen Konsenses von Glaubensinhalten, die die Autorin vornehme, hält Anderl für wichtig. Nur, ob die Lage nicht doch etwas komplizierter sei, ob für "konstruktives Streiten" nicht doch noch mehr als wissenschaftliche Kenntnis notwendig sei, fragt sich die Rezensentin abschließend. Einen "Nerv getroffen" habe das Buch in der aktuellen Situation aber allemal.

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