M. Laura Gemelli Marciano

Die Vorsokratiker III

Band 3 von 3 Bänden. Griechisch / Deutsch
Cover: Die Vorsokratiker III
Artemis und Winkler Verlag, Mannheim 2010
ISBN 9783538035027
Gebunden, 660 Seiten, 54,90 EUR

Klappentext

Die dreibändige Vorsokratiker-Ausgabe der Zürcher Altphilologin Laura Gemelli Marciano ist das Ergebnis zehnjähriger Arbeit. Hier wird das Denken der griechischen "Philosophen vor Sokrates", die im 7. bis 5. Jahrhundert v. Chr. versuchten, Entstehung und Vielgestaltigkeit der Welt zu erklären, von den interpretierenden Darstellungen späterer Philosophengenerationen befreit. Der jeweilige Eigenwert der Textfragmente wird präzise herausgearbeitet. Dabei kristallisieren sich individuelle Denker und Persönlichkeiten heraus: Naturwissenschaftler und Visionäre, Kosmologen, Ärzte und Naturphilosophen. Insgesamt ergibt sich ein faszinierendes Spektrum von teils mythologischen, teils rationalen Welterklärungsversuchen. Von den Vorsokratikern selbst sind nur wenige Texte überliefert, dafür jedoch etliche Zeugnisse in den Werken späterer Autoren. Als Fazit ergibt sich, dass die Vorsokratiker keine Philosophen klassischer Prägung, etwa im Sinne des Aristoteles, waren, sondern Denker, die, von ihren naturwissenschaftlichen und mathematischen Erkenntnissen ausgehend, die Entstehung von Kosmos, Leben und Menschen zu ergründen versuchten - ein Thema, das durch die Jahrtausende immer modern und aktuell geblieben ist. Der erste Band enthält die Fragmente und Zeugnisse von Thales, Anaximander, Anaximenes, Pythagoras und den Pythagoreern, Xenophanes und Heraklit. Band 2 bietet die Fragmente und Zeugnisse von Parmenides, Zenon und Empedokles, Band 3 die von Anaxagoras, Melissos, Diogenes, Leukipp und Demokrit.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.09.2010

Im Vergleich der gar nicht so wenigen Vorsokratiker-Ausgaben trägt für den Rezensenten Hans-Albrecht Koch diese die Palme davon. Nicht eigentlich der Texte wegen, deren Auswahl eher nicht aus dem Rahmen fällt. Sondern aufgrund der Genauigkeit, mit der die Altphilologin Laura Gemelli sie nicht nur übersetzt, sondern auch kommentiert hat. Überaus kompetent findet Koch auch die einleitenden Ausführungen zu den einzelnen Denkern, nicht zuletzt im Bezug auf die persische Philosophie, die eine wichtige Rolle für die Vorsokratiker spielte. Völlig richtig, so Koch, Gemellis Hinweis auf den Sprachstand des Griechischen im 6. und 5. Jahrhundert vor Christus, der eine genaue Abgrenzung von poetischen und philosophischen Texten unmöglich macht, und zwar aufgrund der Stellung der Sprache "zwischen Bildlichkeit und Begrifflichkeit".

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