Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.10.2005
Voller Bewunderung äußert sich Sibylle Cramer über diese Erzählung, in der Seiler unter Beweis stellt, dass er in Prosa eine ebensolche poetische Intensität zu entfalten vermag wie in seinen Gedichten. Ganz nüchtern ist sie geschrieben, die kurze Geschichte eines fünfjährigen Jungen, der eigentlich nichts macht, als nach seinen Spielgefährten zu rufen. Und doch, obwohl die Sprache "gegen Momente des Wunderbaren vollkommen abgedichtet" ist, vermittelt der Text die frühe Erfahrung einer Epiphanie: Der Augenblick verdoppelt sich, der Junge entdeckt seine "innere" und seine "äußere" Stimme, entdeckt sich selbst als in sich selbst beheimatetes und nach außen agierendes Wesen. "Taghelle Mystik", ruft Cramer und vergleicht "Die Anrufung" mit Musils Erzählung "Die Amsel".
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…