Louise Kennedy

Red

Cover: Red
Claassen Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783546101714
Gebunden, 384 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser und Claudia Glenewinkel. Es sind die 1980er-Jahre, Róisín ist 15, in ihrem kleinen irischen Städtchen gilt sie als Außenseiterin. Sie und ihre Ma leben in einem bescheidenen, nasskalten Haus - still ist es geworden, seit ihr Vater sie verlassen hat. Róisín fühlt sich zu Red hingezogen, als sie ihn zum ersten Mal trifft. Seine Cargo-Jacke, die er über den Schulblazer gezogen hat, seine ungewöhnlich förmliche, sarkastische Art zu sprechen, die vielen Anspielungen auf Bücher und Musik. Er ist anders auf die Weise, wie sie anders ist. Als ihre Bindung tiefer wird, verflechten sich ihre beiden Leben immer stärker. Red und Róisín gehören zu jener Auswanderungswelle in das Vereinigte Königreich, die aus einem Irland aufbricht, das ihnen wenig zu bieten scheint. Während Róisín versucht, anzukommen und sich ein eigenes Leben aufzubauen, gerät Red in den Strudel eines selbstzerstörerischen Abstiegs. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.09.2026

Louise Kennedys zweiter Roman ist eine "melancholische Ballade", die den Rezensenten Tobias Döring sofort in ihren Bann schlägt. Von einer Coming-of-Age-Geschichte zweier irischer Teenager entwickelt sich das Buch in seinem Verlauf zu einer "beklemmenden Obsessionsgeschichte": Es geht um die beiden Jugendlichen Red, ein stürmischer "Bad Boy", und die Außenseiterin Róisín, die in einem verschlafenen Vorort in Irland nach und nach zu einer zarten Freundschaft finden. Beide gehen später nach London, wo Róisín einen Neuanfang versucht, sich aber schwer von Red losreißen kann, der mehr und mehr den Drogen verfällt, wie wir lesen. Die "Wucht" dieser Geschichte liegt "im Verschweigen" verrät der Kritiker, der Kennedy als Meisterin der Auslassung feiert. Es wird außerdem nah und authentisch an Róisíns Perspektive entlang erzählt, für den Kritiker ergibt das eine ungemein packende Mischung, die nicht nur erzählerisch raffiniert ist, sondern auch spannende Beobachtungen über menschliche Beziehungen macht: je näher man sich ist, desto tiefer "klafft der Abgrund", so der Kritiker. Ebenso "subtil wie wunderbar" kundig ist außerdem die Übersetzung von Hans-Christian Oeser und Claudia Glenewinkel. 

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