Ulitzkaja erzählt von Frauen, die durch ihr Wesen oder durch Schicksalsschläge zu Außenseiterinnen wurden. Im Leben ihrer Heldinnen entdeckt sie ein geheimnisvolles Strahlen, das ihnen - allem äußeren Anschein zum Trotz - unwiderstehlichen Charme verleiht. In ihren Erzählungen begegnen wir aber auch Menschen voller Gier nach Liebe, die hungrig nach Abenteuern sind und sich einfach über alle Schranken hinwegsetzen, wenn es um ihr Glück geht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.1999
"Farbpünktchen auf der irdischen Palette", sind die Figuren in Ulitzkajas Erzählungen, schreibt Sabine Brandt. Die Autorin bringe Mitleid mit für ihre "armen Schelmen" - Verlierer der russischen Gesellschaft zumeist -, die sie dennoch mit Realismus zu schildern scheint. Man könne die Erzählungen auch politisch lesen - allerdings liefere die Autorin glücklicherweise keine moralische Wertung mit. Die Verantwortung nehme Ulitzkaja den Lesern nicht ab.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.10.1999
Nicht, dass die Themen der Autorin besonders spektakulär sind: Ulitzkaja schreibt vorwiegend Familiengeschichten, genauer gesagt Frauengeschichten, meint Dorothea Trottenberg. Ulitzkajas Augenmerk gelte Frauen, die in Traditionen und Familienkonstellationen verhaftet seien, aus denen es kaum ein Entrinnen gebe. Frauen, die aber "weder mit ihrem Schicksal hadern, noch in Larmoyanz verfallen", wie Trottenberg findet. Dass Ulitzkajas Erzählungen nicht ins Rührselige kippen, liegt in den Augen der Rezensentin an der gelungenen Mischung aus "liebevoll-genauer Beobachtung und nachsichtiger Ironie".
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