Liza Cody

Lady Bag

Roman
Cover: Lady Bag
Argument Verlag, Hamburg 2014
ISBN 9783867542227
Gebunden, 300 Seiten, 17,00 EUR

Klappentext

Sie ist die Frau ohne Gesicht, die genau weiß, wie die Straßen von London riechen. Eines Abends läuft ihr in der Innenstadt der Teufel persönlich über den Weg. Statt sich zu verstecken, beschließt sie ihn zu beschatten: Sie will wissen, wo er wohnt. Eine Entscheidung, die schwerwiegende Folgen hat. Sie erwacht mit zertretenem Kopf in einem Kranken hausbett und wird mit einem fremden Namen angesprochen. Anscheinend hält man sie für eine gewisse Natalie Munrow, deren Handtasche sie bei sich hat. Bei erster Gelegenheit nimmt sie Reißaus und taucht ab. Was allerdings gar nicht so leicht ist, wenn man auf der Straße lebt und einem aus allen Zeitungen das eigene lädierte Gesicht entgegenblickt! Dann stellt sich heraus, dass die wahre Natalie Munrow ermordet wurde

Im Perlentaucher: Schwarzer Gürtel in Charme

Diese Bag Lady, diese Jammergestalt mit Tüten, ist zwar gestört, aber nicht dumm. Sie hat kein Geld, keine Zähne, keine Peilung, aber sie hat große Klasse. Sie ist Lady Bag und ihre Geschichte ist zum Heulen und umwerfend komisch und überhaupt einer der aufregendsten und wundervollsten Romane des Jahres. Thekla Dannenberg in Mord und Ratschlag

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 31.12.2014

Keiner ganz gewöhnlichen Ermittlerin begegnet Rezensentin Sylvia Staude in Liza Codys Krimi. Schon der Verlag gibt ihr einen Hinweis auf mögliche unkonventionelle Begegnungen. Mit der Bag Lady aus Codys Roman nun steht eine Pillen schluckende, aus unbekannten Höhen abgestürzte Figur vor ihr mit einem arthritischen Hund, bettelnd, saufend, unzuverlässig und scharfsinnig zugleich. Dass dieser Gestalt kein Happy End vergönnt ist, wundert Staude nicht. Ebenso wenig, dass die Mord-Story in diesem Buch eher zweitrangig ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.12.2014

Fritz Göttler verneigt sich tief vor Liza Codys Lady Bag, einer Londoner Obdachlosen, die sich wunderbar unsentimental, mit robustem Sarkasmus und gelegentlichen Anflügen von Zärtlichkeit durchs Leben in der Gosse schlägt. Der Plot erscheint Göttler vielleicht ein wenig wild, und manchmal auch etwas wirr, aber das liegt vielleicht auch daran, dass die Heldin dieser Geschichte nie ganz nüchtern ist, wenn sie sich an den Mann heftet, der sie einst wie eine Weihnachtsgans ausnahm und dann ins Gefängnis brachte. Aber wie glaubwürdig Cody eine solch "hybride" Gestalt entwirft, eine Pennerin "mit intellektueller Eleganz", das fasziniert ihn sichtlich. Lady Bag bewegt sich in seinen Augen auf der britischen Traditionslinie von Dickens bis "My Fair Lady".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.10.2014

Mit vielen offenen Fragen geht Katharina Granzin aus der Lektüre von Liza Codys Roman hervor. Und das ist für sie ganz in Ordnung, denn sie hält die Britin für eine orignellsten Autorinnen überhaupt. Dabei ist das kriminalistische Rätsel im Hintergrund des Textes gar nicht, worauf Granzin zuallererst anspielt. Schon die Vorgeschichte der Handlung um eine Londoner Obdachlose scheint der Rezensentin bruchstückhaft und eher vage. Und die eigentlichen Dramen in der Geschichte erfährt Granzin nur gefiltert durch den halb bewussten Zustand der Ich-Erzählerin. Dass die Autorin es bei aller Unzurechnungsfähigkeit ihrer Heldin dennoch schafft, Sympathie für sie zu wecken, findet Granzin ganz erstaunlich.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.09.2014

Endlich gibt es mal wieder einen Krimi von Lisa Cody, freut sich Tobias Gohlis, dreizehn Jahre ist es her, dass er eines ihrer Bücher besprechen konnte, erinnert sich der Rezensent. In "Lady Bag" gibt es zwar keine harte - wenn auch weichherzige - Eva Wylie, von der Underdog-Perspektive und dem Motiv des Londoner Untergrunds ist die Autorin aber nicht losgekommen, verrät Gohlis. Lady Bag wurde einst wegen ihrer unbedingten Liebe zu einem falschen Mann aus ihren gesicherten Lebensverhältnissen gerissen und ist auf der Straße gelandet, berichtet der Rezensent. Als sie zufällig herausfindet, dass er das gleiche Spiel jetzt mit einer Anderen spielt, versucht sie einzugreifen und wird prompt in einen Mordfall verwickelt, fasst Gohlis zusammen. Und natürlich gibt es bei Lisa Cody kein Happy End, warnt der Rezensent noch.
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