Nach jahrelangem Aufenthalt in Deutschland kehrt die chinesische Fotografin Tingyi mit ihrem deutschen Lebensgefährten Robert nach China zurück, um den 70. Geburtstag des Vaters zu feiern. Zu ihrem leichten Entsetzen erklärt das Familienoberhaupt im Kreis der Verwandten, ihre vornehmste Aufgabe bestehe jetzt darin, möglichst bald schwanger zu werden und der Familie ein weiteres Mitglied zu schenken. Ihr deutscher Lebensgefährte ist Feuer und Flamme für diesen Plan, aber die Irrungen und Wirrungen von Liebe und Eifersucht sowie kulturelle Missverständnisse bringen erst einmal alles in Unordnung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.01.2010
Julia Bähr hat sich zwar über Luo Lingyuans Roman "Wie eine Chinesin schwanger wird" durchaus amüsiert, sie ist aber enttäuscht, dass er nicht noch lustiger geworden ist und dass er sich insgesamt etwas zieht. Die Ausgangssituation versprach ihr jede Menge Komik: Tingyis Freund Robert setzt sich beim Elternbesuch in Kanton in allerlei kulturelle Fettnäpfchen, und zu allem Überfluss müht sich die chinesische Verwandtschaft nach Kräften, Tingyi zur von ihr wie auch von der Familie ersehnten Schwangerschaft zu verhelfen, erklärt uns die Rezensentin. Die seit 1990 in Berlin lebende chinesische Autorin schreibt erstaunlich gut auf Deutsch, meint Bähr eine Spur gönnerhaft. Ihre "hübsche" Geschichte aber verliere viel von ihrem Witz, weil Robert sich auf die vielen Vorschläge und Eingriffe der Familie seiner chinesischen Freundin allzu bereitwillig einlässt, so Bähr, die sich mehr von diesem Roman versprochen hat.
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