Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

Cover: Lexikon zur Geschichte Südosteuropas
UTB, Wien 2004
ISBN 9783825282707
Broschiert, 776 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Edgar Hösch, Karl Nehring, Holm Sundhaussen. Das Lexikon zur Geschichte Südosteuropas ist ein umfassendes und handliches Nachschlagewerk, das die Geschichte der einzelnen Länder und die des gesamten Raumes im Südosten Europas bündelt. In 599 Stichwörtern informieren die Autoren knapp und informativ über Raumbegriffe, Völker, Staaten, Dynastien und zentrale Termini zur Geschichte Südosteuropas. Die behandelte Zeitspanne reicht vom Frühmittelalter bis in die Gegenwart. Zahlreiche Querverweise und ein aktuelles Literaturverzeichnis zu jedem Stichwort erleichtern die Benutzung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 03.08.2005

Sehr zufrieden zeigt sich Rezensent Rolf Wörsdörfer mit diesem neuen Lexikon zu Südosteuropas Geschichte. Die geografische Spannweite des Lexikons reiche von der Slowakei bis nach Zypern und von Triest bis nach Transnistrien, keine noch so kleine ethnische Gruppe werde ausgelassen. Einen Schwerpunkt des Bandes sieht Wörsdörfer bei Lemmata über die Verwaltungs- und Sozialstruktur des Osmanischen Reichs. Er hebt hervor, dass in übergreifenden Artikeln die großen Protagonisten der Sozial- und Geschlechtergeschichte Südosteuropas skizziert werden, die Arbeiter, die Bauern sowie das Bürgertum auf der einen und die Frauen auf der anderen Seite, ergänzt von Texten über die Bauernaufstände und über die Gewerkschaften. Während der Komplex der "nationalen Frage" nach Ansicht Wörsdörfers "erschöpfend" aufgearbeitet ist, entdeckt er in anderen Bereichen Lücken. So vermisst er Texte zur südosteuropäischen Geschichte im 20. Jahrhundert, darunter solche zum Sozialismus, zum Stalinismus und zu den Volksdemokratien, sowie zu Themenfeldern wie Verkehr und Urbanisierung.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.09.2004

Endlich beginnt die Forschung, Südosteuropa als eigenen Kulturraum zu propagieren, freut sich Oliver Jens Schmitt und verweist darauf, dass die Region in der Öffentlichkeit nach wie vor nur als Krisenraum wahrgenommen wird, obwohl es sich doch um eine der "ältesten Geschichtslandschaften des alten Kontinents" handelt. Es wurde außerdem höchste Zeit, stellt Schmitt fest, Südosteuropa aus der osteuropäischen Geschichtsforschung herauszulösen, die von der russischen Geschichte dominiert sei, und zum Verständnis der aktuellen Konflikte den Blick auf historische Tiefenstrukturen zu richten. Genau das leistet seines Erachtens das neue "Lexikon zur Geschichte Südosteuropas", herausgegeben vom Münchner Südost-Institut, das in 544 Artikeln Staaten, Völker, Schlüsselbegriffe und geografische Termini Südosteuropas abhandelt, wobei das neue Nachschlagewerk, versichert der Rezensent, über den engeren Balkanraum hinausgeht und auch Rumänien, Ungarn und die Slowakei einbezieht. Die Beiträge entsprechen dem jüngsten Forschungsstand, verspricht Schmitt, politisch und ethnisch heikle Fragen werden mit wohltuender Distanz abgehandelt.
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