Illustrationen von Christoph Feist nach farbigen Linolschnitten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.05.2003
Kristina Maidt-Zinke zeigt sich enttäuscht von der Neuauflage des Buches. Die "eher biedere Geschichte" passe nicht so recht in die Schauerschiene der Mutabor Reihe, mal abgesehen von dem blutroten Einband und den "schaurig-schönen" Farblinolschnitten von Christoph Feist. Als "zahmen Gesellen" bezeichnet sie den Gruseleffekt des Werkes, dessen Geschichte der Wiederentdeckung spannender sei, als die Erzählung selbst. Der Protagonist, Direktor eines Irrenhauses, berichtet von einem verstorbenen Patienten, der mittels seines Blickes kostbare Steine aus der Fassung brechen und seinem Verdauungstrakt zuführen kann, will sagen, hier geht es um das Phänomen der "mystischen Einsaugung von Gegenständen durch die Augen in den Organismus", der sogenannten Inkubation. Immerhin, so resümiert die Rezensentin, bleibt dem Autor ja noch eine andere Möglichkeit, die Unsterblichkeit zu erlangen - er war als Bildhauer und Maler Mitbegründer der "Renten und Pensionsanstalt für deutsche bildende Künstler", heute bekannt als Künstlersozialkasse.
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