Illustriert von Heike Küster. Jeder Morgen führt uns aus den dunklen Tiefen der geheimnisvollen Welt des Unbewußten herauf zum wachen Tag des bewußten Lebens. In dumpfer, vager Erinnerung an unsagbar schauervolle Abgründe, über denen wir zitternd geschwebt, oder in völligem Vergessen einer furchtbaren Schuld, die wir im Traum auf uns geladen, und von der uns nur eine unbewußt nagende Reue zurückblieb, beginnen wir das Werk des neuen Tages.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.12.2001
Das ist hübsch. Ob wohl die SZ-Literaturredaktion Herrn Spinnen dieses Gruselbuch über einen fluchbeladenen Spinnenmann extra zum Rezensieren gegeben hat? Es nutzt nichts, er mag es nicht. Die kurze Erzählung stammt aus dem Jahr 1921, was für Spinnen auf bedauerliche Weise spürbar wird: zu pathetisch, schlechte Dramaturgie, "pseudo-aufgeklärter Herrenrundenstil". Schwamm drüber. Auch die bibliophile Aufmachung gefällt dem anspruchsvollen Rezensenten nicht: farbige Holzschnitte, die seines Erachtens "keine aufregende Interpretation des Textes" liefern. Was ihn bestürzt, ist eine kleine Anmerkung im Impressum: dass nämlich über die Person des Autors keine Informationen vorliegen, Nachfahren, Rechtsnachfolger - unbekannt. Dabei habe Kreidemann immerhin drei Bücher geschrieben, weiß Spinnen. Gruselig? Gruselig! meint er. (Der Verlag hatte dann aber doch Informationen zum Autor zu bieten)
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