Die Trümmerfrau gehört zum festen Repertoire nahezu jeder historischen Darstellung der Nachkriegszeit, ganz gleich, ob in TV- und Printmedien, in Schulbüchern oder in Ausstellungen der historischen Museen. Seit Anfang der 1950er Jahre bis in unsere unmittelbare Gegenwart kam es darüber hinaus in den unterschiedlichsten Städten immer wieder zur Errichtung von Trümmerfrauen -Denkmälern. Leonie Treber hat erstmals die überlieferten Fakten geprüft und kommt zu dem Ergebnis, dass die Trümmerfrauen ein Mythos sind; es gibt nur ganz wenige Belege dafür, dass tatsächlich Frauen im Krieg und in der Nachkriegszeit Bombentrümmer beseitigt haben. Meist waren professionelle Firmen mit technischem Großgerät und Fachkräften die Hauptakteure bei der Trümmerräumung. Und sie zeigt, wie der Mythos Trümmerfrau mit all seinen Facetten entstanden ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.11.2014
Robert Probst staunt nicht schlecht. Wenn Leonie Treber in ihrer Studie mit dem Mythos der Trümmerfrauen aufräumt, bleibt kein Stein auf dem anderen. Der Rezensent lernt folgendes aus dem Buch: Erstens waren die Trümmerfrauen nur in Berlin und der SBZ ein Massenphänomen (in den Westzonen wurde der Schutt von Baufirmen weggeräumt), zweitens entwickelte sich der Mythos mit Hilfe der Medien in Ost und West erst recht unterschiedlich, ab den achtzigern Jahren aber zu einem bemerkenswert ähnlichen Narrativ, und drittens waren die meisten Fotos der Trümmerfrauen gestellt. Probst weist auch darauf hin, dass die Autorin ihre Arbeit eigentlich begonnen hatte, weil sie an die Trümmerfrauen geglaubt hatte und ihre Geschichte schreiben wollte.
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