6 CDs mit 408 Minuten Laufzeit. Ungekürzt gelesen von Andre Beyer. Zu den schönsten und kraftvollsten Schöpfungen Tolstois gehören jene Werke, die er während seiner Offizierszeit im Kaukasus schrieb - darunter "Die Kosaken". Es ist die Geschichte des Fahnenjunker Olenin, der - überdrüssig des hohlen und ausschweifenden Lebens der Moskauer und Petersburger Gesellschaft - in der Bergwelt des Kaukasus seelisch zu gesunden hofft. Obwohl von der freien und kraftvollen Art der Bergbewohner fasziniert und beglückt, spürt er doch, dass er ein Fremder unter ihnen bleiben wird.
Wer waren die Kosaken? Antwort auf diese Frage findet Thomas Speckmann in der Überblicksarbeit des Osteuropa-Historikers Andreas Kappeler. Jenseits von wilden Reiterhorden, Lanze und Säbel und Chören liefert ihm der Autor eine klar gegliederte, chronologische und aufs Wesentliche beschränkte Geschichte der Kosaken von den egalitären Kriegergemeinschaften am Dnjepr im 15. Jahrhundert über die Zarendiener bis zu den Minderheiten, die im Warschauer Aufstand kämpften.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.07.2011
Überschwänglich würdigt Rezensent Peter Urban-Halle Andre Beyers Lesung von Tolstois frühestem Roman "Die Kosaken". Während Beyer mit "rauer, fast grollender", angemessen bedeutungsvoller Stimme Tolstois lange Passagen über Charakter und Sitten der Kosaken lese, gebe er die Geschichte um den jungen vornehmen Olenin, der sich in einer ersten Lebenskrise unglücklich in die schöne, leidenschaftliche Kosakin Marianka verliebt, mit genau der richtigen Verheißung wider, die dieser unmöglichen Beziehung entspreche. Dank Beyers "eindringlicher" Art ist der Rezensent in eine verführerische Welt tiefer Sehnsüchte und unlösbarer Konflikte getreten und hat Sätze gehört, die er sonst einfach überlesen hätte.
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