Aus dem Englischen von Cornelia Holfelder-von der Tann. Nicht erst seit sie Lady Di wegen deren Bulimie behandelte, ist Susie Orbach eine der bekanntesten Psychotherapeutinnen unserer Zeit. Seit Jahrzehnten zeigt sie in ihren Büchern auf, wie unser Selbstwertgefühl durch unseren Körper geprägt und häufig destabilisiert wird. Einen entscheidenden Anteil hat daran die Schönheits-, Pharma- und Diätindustrie, deren Gewinn in dem Maße wächst, in dem wir unseren Körper als "nicht richtig" wahrnehmen. Der Körperfetischismus, der schnell zum Körperhass werden kann, ist längst kein Problem der Frauen mehr, Bulimie, Anorexie sind immer weiter verbreitete Phänomene bei Männern und auch Kindern. Und wenn sich - um nur ein Beispiel zu nennen - 50 Prozent der koreanischen Frauen ihre Augenlider so operieren lassen, dass sie "westlich" aussehen, dann ist der Körperhass der industrialisierten Welt ein heimlicher Exportschlager in Zeiten der Globalisierung. Susie Orbach zeigt auf, wodurch unser Körper geprägt wird. Welchen Einfluss haben kulturelles Umfeld, die Familie, der gesellschaftliche Zusammenhang, in dem wir uns bewegen? Welche Auswirkungen hat es, wenn wir pro Woche durchschnittlich mit 2000 bis 5000 Bildern digital manipulierter Körper konfrontiert werden?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 17.04.2010
Rezensentin Julia Kospach hat Susie Orbachs Buch "Bodies" sehr positiv aufgenommen. Wie sie berichtet, befasst sich die Psychoanalytikerin und Feministin Orbach seit über dreißig Jahren mit dem Thema Körper. Kospach attestiert der Autorin, die Körperfixierung der industrialisierten Welt erhellend zu analysieren und zu zeigen, wie stark unser Körpergefühl unser Selbstwertgefühl prägt. Deutlich wird für Kospach auch das zunehmende Unbehagen am eigenen Körper, das durch Ersatzstrategien kompensiert werden will. Dabei hebt sie insbesondere Orbachs Beschreibung der Auswege hervor, die Menschen suchen, von Selbstverletzung über Magersucht und Fitnesswahn bis zur Sucht nach Schönheitsoperationen.
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