Lena Andersson

Unvollkommene Verbindlichkeiten

Roman
Cover: Unvollkommene Verbindlichkeiten
Luchterhand Literaturverlag, München 2017
ISBN 9783630875248
Gebunden, 384 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Gabriele Haefs. "Olof und Ester waren wie zwei Zahnräder. Zahnräder verwachsen nicht miteinander. Sie treiben einander lediglich an. Leider funktioniert das Ganze auch mit drei Zahnrädern, rein mechanisch geht das sogar hervorragend." Nichts ist komplizierter als die Beziehung zwischen Mann und Frau. Das muss auch Ester Nilssons feststellen, Mitte dreißig und von Beruf Journalistin und Dichterin. Fünf Jahre sind vergangen seit ihrer unglücklichen Liebesbeziehung mit dem Künstler Hugo Rask, und Ester hat sich vorgenommen, dass ihr so etwas nie mehr passieren wird: einen Mann zu lieben, der sich nicht festlegen und ganz zu ihr bekennen will. Dann trifft sie bei einer Theaterprobe den Schauspieler Olof und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Olof macht kein Geheimnis daraus, dass er verheiratet ist. Trotzdem trifft er Ester. Die beiden gehen eine Beziehung ein, von der Olof behauptet, es sei keine. Er hat schließlich nicht vor, seine Frau zu verlassen. Also worauf wartet Ester?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.05.2017

Keine Autorin "entzaubert" das Verliebtsein mit so viel Geist wie Lena Andersson, stellt Rezensentin Katharina Granzin nach der Lektüre von "Unvollkommene Verbindlichkeiten" fest. Der Roman erscheint ihr wie eine Variation des Vorgängers "Widerrechtliche Inbesitznahme", in dem die schwedische Schriftstellerin ihre Heldin Ester schon einmal dem Schmerz des unglücklichen Verliebens aussetzte und dabei mit einer ironisch analysierenden Erzählstimme begleitete. Nun ist Ester zwar älter, mit dem verheirateten Schauspieler Olof, der ihre Gefühle nicht erwidert, jedoch wieder an dem gleichen Punkt wie im Vorgängerroman, erklärt die Kritikerin, die allerdings betont, dass beide Romane auch unabhängig voneinander gut funktionieren. Versierten Andersson-Leser mag hier zwar der Genuss des Neuen fehlen, der abgründige, "intellektuell unterhaltsame" Stil der Autorin lohnt die Lektüre aber in jedem Fall, versichert Granzin.