Leidenschaften

99 Autorinnen der Weltliteratur
Cover: Leidenschaften
C. Bertelsmann Verlag, München 2009
ISBN 9783570010488
Gebunden, 638 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Von Verena Auffermann, Gunhild Kübler, Ursula März und Elke Schmitter. Ihre Verse haben Jahrtausende überdauert wie Sapphos Poesie; sie schrieben in düsteren Verhältnissen wie die Schwestern Brontë, erfanden den weiblichen Fantasy-Roman wie Irmtraud Morgner, radikale Schreibweisen wie Elfriede Jelinek und die berühmteste Romanfigur der Gegenwart, Harry Potter. 99 schreibende Frauen haben Verena Auffermann, Gunhild Kübler, Ursula März und Elke Schmitter für ihren weiblichen Kanon der Literaturgeschichte ausgewählt. Sie porträtieren die Autorinnen, betten ihr Werk in Lebens- und Zeitumstände, positionieren sie innerhalb literarischer Traditionen und an deren Bruchstellen. Eine Wanderung durch die weiblichen Gefilde der Weltliteratur, für die man nichts mitbringen muss als Neugier und Leselust.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.02.2010

Im Einzelnen findet die namenlos bleibende Rezensentin die 99 Schriftstellerinnenporträts von Verena Auffermann, Gunhild Kübler, Ursula März und Elke Schmitter durchaus gelungen und die darin durchweg enthaltene Anschaulichkeit und sprachliche Eleganz erhalten viel Lob. Trotzdem blieb bei der Rezensentin ein Unbehagen zurück, ihr reicht es nicht, dass der Band als einziges Auswahlkrititerium das Geschlecht herangezogen hat und damit Schriftstellerinnen vom Rang einer Madame de Stael neben die "Heidi"-Autorin Johanna Spyri stellt. Als würde man Hölderlin nur unter schwäbischen Schriftsteller subsumieren, spottet die Rezensentin. Ärgerlich findet sie zudem, dass solcherart ein "weiblicher Partikularismus triumphiert", der mit der im Untertitel beschworenen "Weltliteratur" eben nichts zu tun hat. Und so findet die Rezensentin die einzelnen Porträts zwar wirklich glänzend, in der Summe aber überhaupt nicht überzeugend.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.01.2010

Den Titel dieses Bandes mit neunundneunzig Autorinnenporträts von Sappho bis Elfriede Jelinek findet Wibke Porombka zwar ein wenig "groschenheftartig", die empathische Herangehensweise der Macherinnen an die porträtieren Schriftstellerinnen aber grundsätzlich sympathisch. Auch wenn sie Porombka zufolge mitunter den negativen Effekt mit sich bringt, dass es zu wenig kritische Distanz, ja überhaupt zu wenig Kritik an den Porträtierten gibt. In den Fällen von Christa Wolf oder Marie Luise Kaschnitz beispielsweise hätte sich die Kritikerin eine differenziertere Diskussion über politische Verstrickungen oder ein strengeres Urteil über ästhetische Qualitäten vorstellen können. Dafür wird aus Sicht der Kritikerin an anderer Stelle auf aufschlussreiche Weise gezeigt, warum Texte, deren Moral oder Weltanschauung nicht mehr zeitgemäß sind, trotzdem heute noch lesenswert sein können. Auch rechnet sie dem Buch an, dass es weibliche Emanzipationsgeschichte als Faszinationsgeschichte erzählt und freut sich, dass auch populäre Autorinnen wie Hedwig Courths-Mahler oder Joanne K. Rowling vertreten sind. Besonders den Grundansatz der Porträtsammlung, nach den existenziellen Triebfedern von Literaturproduktion zu fragen, speziell in unseren Zeiten der "heruntergekochten Professionalisierung", bewertet sie als sehr positiv.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.12.2009

Ingeborg Harms hat diese 99 Schriftstellerinnen-Porträts mit Gewinn und Vergnügen gelesen. Die vier Autorinnen - Verena Auffermann, Gunhild Kübler, Ursula März und Elke Schmitter - haben persönliche, von eigenen Interessen inspirierte Porträts verfasst, die "schwungvoll" und "souverän" Leben und Werk ihrer Lieblingsschriftstellerinnen beschreiben. Das sei schon deshalb interessant, weil viele der hier Porträtierten ein aufregendes - wenn auch selten glückliches - Leben geführt haben. Für Harms? Geschmack werden manchmal eher unliterarische Kriterien zu stark herausgehoben, aber alles in allem hat ihr das Buch sehr gut gefallen. Und es erfüllt einen guten Zweck: "die Verleitung zum Lesen".