Leander Fischer

Die Forelle

Roman
Cover: Die Forelle
Wallstein Verlag, Göttingen 2020
ISBN 9783835337305
Gebunden, 782 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

In ein oberösterreichisches Provinzkaff hat es Mozarteumsabgänger Siegi Heehrmann verschlagen, wo er als Musikschullehrer für Saiteninstrumente arbeitet. Seine Leidenschaft steckt er dort aber vor allen Dingen in eine andere Kunst, die Kunst, einen perfekten Köder herzustellen. Von Ernstl Thalinger lässt er sich in die Geheimnisse des Fliegenfischens einweihen, wobei er zunächst lernen muss, Fliegen zu binden, die den Fischen als echte Lebewesen erscheinen sollen. Nicht nur in der Dorfwelt sind Siegi und seine Freunde dabei Außenseiter, auch der örtliche Fliegenfischerverein beobachtet ihr Treiben mit feindlicher Gesinnung. Und steht der vorsitzende Obmann Volki nicht Siegis Frau Lena verdächtig nahe?

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 26.10.2020

Michael Braun begibt sich mit Leander Fischer ins Salzkammergut, wo sich gut Fliegenfischen lässt. Weiß jedenfalls der Autor, der laut Braun eine Schar besessener Fliegenfischer zu Protagonisten seines Romans macht, Episoden aus der Zeit zwischen Zweitem Weltkrieg und Heute erzählt, Migrantenschicksale, völkische Traditionen und die Waldheim-Ära Revue passieren lässt, um immer wieder auf seine "fischenden Maniacs" nebst allerhand kuriosem Nebenpersonal zurückzukommen. Der Leser benötigt Konzentration, um die assoziativ arrangierten Bausteine und Wendungen des Textes zu einem umfassenden Bild zusammenzudenken, wird aber von dem Detailreichtum und der Sprachgewalt des Roman reichlich belohnt, erklärt Braun.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.08.2020

In diesem Buch inszenieren sich einige österreicherische Angler als gleichermaßen intellektuelle wie coole Gegenkultur zu den ansässigen Karrieristen, die die Umwelt zerstören, und auch zum männerbündischen Establishment ihrer Gegend, erklärt Rezensent Martin Halter. Der Anspielungsreichtum, die Wortgewalt und die "hemingwayeske" Kunst, philosophische Überlegungen mit Angler-Metaphern zu verdeutlichen, haben den Kritiker stark beeindruckt. Am Ende aber verliert der Roman sich in ebendiesen Stärken und fließt nicht mehr so richtig weiter, bedauert Halter.
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