Lea Ritter-Santini

Ganymed

Ein Mythos des Aufstiegs in der deutschen Moderne
Cover: Ganymed
Carl Hanser Verlag, München 2002
ISBN 9783446200760
Kartoniert, 199 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Birgit Schneider. Mit 24 farbige Abbildungen und 44 s/w-Abbildungen. Ganymed war der schönste Jüngling in der griechischen Mythologie. Als Symbol des frühen Todes, Bild der platonischen und der homoerotischen Liebe, aber auch als christliche Allegorie des Gottessohnes, faszinierte der Ganymed-Mythos Kunst, Literatur und Religion durch die Jahrhunderte. Lea Ritter-Santini hat die Himmelfahrt des Jünglings Ganymed, seinen Aufstieg und seine Zerstörung, durch die Kulturgeschichte verfolgt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.08.2002

Die Ziele der Untersuchung sind weit gesteckt, an Ganymed und anverwandten Mythen will die Autorin nicht weniger als Grundsachverhalte der Ideengeschichte der deutschen Moderne aufzeigen. Wunderbar gelungen ist ihr, so Volker Breidecker, das erste Kapitel, in dem sie die Geschichte des Ozeanriesen "Europa" nacherzählt. Dann aber hat es sich mit dem Lob für das Buch, der Rezensent zeigt sich deutlich genervt. Nichts weiter als ein ohne Sinn und Verstand über dem bedauernswerten Leser ausgeschütteter Zettelkasten sei das ganze, komme "nirgends zu einem Punkt", ziehe das Raunen stets dem Argument vor und verliere sich in fürs Verständnis undurchdringliche Formulierungen. Das liegt, wie Breidecker süffisant meint, auch daran, dass das Buch unter Mitwirkung der Autorin "ins Unlesbare übersetzt" wurde: es bleiben am Ende, entnervt spricht der Rezensent es aus, nur "Kraut und Rüben".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.06.2002

In ihrem Essay "Ganymed", der eine Fülle von künstlerischen Ausgestaltungen des Ganymed-Mythos von Goethe bis Stefan George, von Winckelmann bis Arno Breker versammelt, versucht die deutsch-italienische Komparatistin Lea Ritter-Santini die Motivgeschichte des schönen Knaben Ganymed als "Mythos des Aufstiegs" zu lesen. Ein Versuch, der nach Ansicht von Rezensent Alexander Honold nur sehr bedingt gelungen ist. Zwar wartet Ritter-Santinis Essay laut Honold mit einigen "lesenswerten Fundsachen", wie beispielsweise ihrer Ganymed-Deutung bei Goethe aus. Doch stehe der Materialfülle und dem Bilderreichtum ihres motivgeschichtlichen Streifzugs nicht immer ein greifbares interpretatorisches Ergebnis, oft nicht einmal eine klar konturierte Fragestellung zur Seite, so der Hauptkritikpunkt Honolds. Was Honold wirklich ärgert, sind die Mängel sprachlicher Natur: "haarsträubend" findet er das sprachliche Ungeschick, das er nicht allein der Übersetzung anlasten möchte. Auch die Neigung der Autorin zu "ominösen Zwischenbemerkungen", "Geraune" und "bedeutungsheischenden Andeutungen" verdrießt den Rezensenten sehr.
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