Star Wars ist zum gesellschaftlichen Phänomen geworden, von dem die beiden Trilogien nur einen kleinen, zentralen Teil bilden. Hunderttausende von Fans auf der ganzen Welt und Tausende Autoren von Spielen, Comics und Romanen arbeiten Tag für Tag daran, das Star Wars-Universum weiter zu verzweigen. Die Filme selbst sind nach und nach unter den Bildern, Klischees und Rekorden verschwunden. Laurent Jullier stellt sich dieser Tendenz entgegen. Allem, was direkt zu beobachten ist, gibt er in seinem kritischen Buch den Vorzug: den Filmen und den Produkten, die aus der Saga heraus entwickelt worden sind, und den Reaktionen, wie sie in Kritiken oder Diskussionsforen zutage treten. Am Ende dieses Buches weiß man nicht unbedingt, ob Mark Hammill sich zuletzt für Luke Skywalker hielt, noch geht es um Rehabilitierung oder im Gegenteil um eine Herabwürdigung von Star Wars.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.11.2007
Eine glänzende Analyse der "Star Wars"-Saga erblickt Christoph Haas in dieser Studie des französischen Filmwissenschaftlers Laurent Jullier. Neben der Untersuchung von inhaltlichen, narrativen und audiovisuellen Aspekten im ersten Teil des Buchs findet er im zweiten Teil höchst Interessantes über die Einflüsse, die sich in "Star Wars" niederschlagen sowie die "eher spöttische" Darstellung der zahllosen theologisch-philosophischen Interpretationen und ideologiekritischen Beurteilungen des Werks. Erhellend scheint ihm besonders die Analyse der Erzählfiguren, die in der ersten Trilogie ungebrochen, zielorientiert und ohne Zweifel erscheinen, während sie in der zweiten, zwischen 1999 und 2005 gezeigten, wesentlich ambivalenter und uneindeutiger ausfallen. Haas sieht die Studie in der Tradition des neoformalistischen und kognitivistischen Ansatzes der amerikanischen Filmwissenschaftler David Bordwell und Noel Carroll, die sich vor allem für Bild und Schnitt, narrative Fragen und die Verstehensleistung des Zuschauers interessiert. Besonders angetan ist Haas von der guten Lesbarkeit der Arbeit.
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