In der amerikanischen Zeitungsbranche herrscht Endzeitstimmung: Auflagen brechen weg, Werbeeinkünfte bleiben aus, das Kleinanzeigengeschäft wandert in atemberaubendem Tempo ins Internet. Die Zeitungshäuser, vor wenigen Jahren noch fast so rentabel wie Spielcasinos, sind überschuldet, viele stehen am Rande der Pleite. Selbst über den Untergang der Ikone "New York Times" wird bereits spekuliert. Gefährdet sind jedoch nicht nur Medienunternehmen, sondern auch der unabhängige, hochwertige Journalismus, wie ihn große Redaktionen hervorbringen können. Die für Demokratien so lebenswichtige "vierte Gewalt", in den USA traditionell eher in Zeitungshäusern als beim Fernsehen beheimatet, ist in ihrer Existenz bedroht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.12.2009
Rezensent Christian Müller hat dieses Buch offenbar mit Gewinn gelesen, auch wenn seine Besprechung einige Fragen offenlässt. Der Schweizer Medienwissenschaftler Stephan Ruß-Mohl stellt darin den Niedergang der amerikanischen Zeitungen dar und erklärt, auf welch unterschiedlichen Wegen die verschiedenen Medien der Krise zu entkommen suchen. Dass uns diese Krise auch noch in der amerikanischen Heftigkeit treffen wird, ist für Müller klar, denn , so Müller, alles Neue kommt ja aus dem Westen. Dass eventuelle Lösungsmöglichkeiten von Ruß-Mohl eher kurz abgehandelt werden, findet der Rezensent nicht verwunderlich, und auch dass der Text eher akademisch als allgemeinverständlich gehalten ist, findet er zwar bedauerlich, dadurch aber die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit unterstrichen. Trotzdem: "Pflichtlektüre für alle Verlagsmanager und Redakteure in leitender Position."
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