Laurence Sterne

Laurence Sterne: Werkausgabe in 3 Bänden

Tristram Shandy - Empfindsame Reise, Tagebuch des Brahmanen, Satiren, kleine Schriften - Briefe
Cover: Laurence Sterne: Werkausgabe in 3 Bänden
Galiani Verlag Berlin, Berlin 2018
ISBN 9783869711577
Gebunden, 1952 Seiten, 98,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Michael Walter. Mit Essays von Wolfgang Hörner und Anmerkungen von Anke Albrecht. Drei Bände im Schuber. "Der freieste Schriftsteller aller Zeiten" (Friedrich Nietzsche), "Der Paganini der Abschweifungen" (Harry Rowohlt), "Der schönste Geist, der je gewirkt hat" (Goethe) - ungezählt sind die Verneigungen, Kniefälle und Lobeshymnen auf den Erfinder des modernen Romans. Autoren von Lessing bis Diderot, von Sigmund Freud bis Nabokov, von Borges bis Mann, von Marias bis Arno Schmidt, von Rushdie bis Calvino verehrten ihn und lernten von ihm. Sternes Romane lesen sich heute noch so modern, überraschend und unglaublich komisch wie vor 200 Jahren und sind seit Erscheinen Grundbestand jedes guten Bücherschranks.
Freilich: außer dem Ewigkeitsklassiker "Tristram Shandy" und der "Empfindsamen Reise" gab es seit langer Zeit kaum etwas von ihm zu lesen. Und das, obwohl es einige kleine wunderbare Nebenwerke, und nachgelassene Schriften gab - und er zudem als einer der großen Briefautoren seiner Zeit gilt. Michael Walter hat nicht nur seine bisher bestehenden Übersetzungen nochmals überarbeitet - er hat auch Werke wie das Fragment in der Art des Rabelais, das Journal für Eliza, Sternes Selberlebensbeschreibung und alle Briefe Sternes (auf die dieser zum Teil großen literarischen Ehrgeiz verwendete) ins Deutsche übertragen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2018

Für Jürgen Kaube ist Laurence Sterne einer der witzigsten und größten Schriftsteller überhaupt. Zu besichtigen ist Sternes Humor laut Kaube am besten in dieser aktuellen Neuübersetzung und -kommentierung. Vor allem die Briefe haben es Kaube angetan. Teils galant (in den Liebesbriefen), teils eher bodenständig von Gänsezucht und lokalpolitischen Kabalen im Pfarreileben in Yorkshire berichtend, bieten die Briefe aus den Jahren zwischen 1739 und 1768 laut Kaube Gelegenheit, den Autor kennenzulernen. Dass Sterne auf dem Gebiet des literarischen Experiments weit vorn war, beweisen dem Rezensenten auch die hier enthaltenen weniger bekannten Texte wie das "Tagebuch des Brahmanen".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.03.2018

Werner Koppenfels empfiehlt zum Sterne-Jubiläum die von Michael Walter übersetzte Werkausgabe. Mustergültig ediert und "glänzend", laut Koppenfels mitunter reizvoll altertümelnd übertragen, bieten die drei Bände dem Rezensenten die Chance, Sternes meisterliche Fähigkeit, Fiktion und Autobiografie zu verwischen, nachzuvollziehen. Vor allem der Briefband, den der Rezensent stellenweise parallel zur "Empfindsamen Reise" liest, erscheint Koppenfels als "essenzieller" Sterne. Wolfgang Hörners Vor- und Nachworte zu den Einzelwerken sowie sein biografisches Beiheft sind für Koppenfels ein weiteres Highlight der Edition.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.03.2018

Hymnisch bespricht Rezensentin Sylvia Prahl diese nun vom Galiani Verlag in marmoriertem Einband vorgelegte Laurence-Stern-Werkausgabe, die neben dem "Tristram" und der "Sentimentalen Reise" auch teils bisher unveröffentlichte Briefe Sternes enthält. Einmal mehr lässt sich die Kritikerin von Sternes Kunst der Abschweifung in den Bann ziehen, verdankt diesem Band aber auch erhellende Einsichten in die Sitten und Gebräuche des 18. Jahrhunderts. Insbesondere aber lobt sie Übersetzer Michael Walter, der, wie die Rezensentin im Gespräch erfährt, Sternes Werk nicht nur seit 35 Jahren immer wieder überarbeitet und mit einem reichhaltigen Anmerkungsapparat versehen hat, sondern dank eingehender Lektüre deutscher Autoren des 18. Jahrhunderts auch ein brillantes "Kompositum" der zeitgenössischen literarischen Stile geschaffen hat.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.03.2018

Hier schreibt ein Fan, aber einer, der Bescheid weiß. Rezensent Hans von Trotha ist schließlich selbst Autor einer aktuellen "Sentimental Journey" zu Sterne, die parallel zu dieser Galiani-Gesamtausgabe im Wagenbach Verlag erscheint. Höchst kenntnisreich und amüsant führt Trotha ein in das literarische Ereignis, das Sterne ganz für sich allein darstellt, mit einer Erzählkunst, "so irr und wirr und wahr und witzig", dass man bis heute lachen muss und sich Autoren davon inspirieren lassen, so der Rezensent. Es ist eine glückliche Fügung, erklärt er, dass mit Galiani-Verleger Wolfgang Hörner ein kundiger Sternianer die Werkausgabe übernahm, und welch ein Glück für die literarische Welt, dass der Übersetzer Michael Walter für diese Neuausgabe neu mobilisiert werden konnte und alte Übersetzungen überarbeitete und neue hinzufügte. Dies Ereignis ist um so wichtiger, betont Trotha, als Sterne einer der absoluten Lieblingsautoren vieler deutscher Kollegen bis heute ist. Allein das Wort "empfindsam" wurde in der ersten Sterne-Übersetzung geprägt, und zwar von Sternes erstem Übersetzer Joachim Christoph Bode mit dem Plazet Lessings!

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.03.2018

Paul Ingendaay ist ein großer Verehrer von Laurence Sterne, der eigentlich ein Landei war und doch zu einem der berühmtesten Intellektuellen seiner Zeit wurde, Begründer der Empfindsamkeit und Schöpfer der beiden großen, wenn auch unvollendeten Romanwerke "Tristam Shandy" und "Die empfindsame Reise". Dass sein Werk nun in einer dreibändigen Ausgabe vorliegt, lässt Ingendaay geradezu jubeln, auch wenn Sterne gar nicht so viel geschrieben habe: neben den beiden Romanen noch einige Essays, Briefe, Pamphlete und Tagebücher, vor allem zu seiner letzten großen Liebe Eliza Draper. Michael Walters Übertragung rühmt der Rezensent als durch und durch hingebungsvoll, auch wenn sie ihm an manchen Stellen zu altertümelnd erscheint. Doch führt ihm die Werkausgabe Sternes poetisches Programm wunderbar vor Augen: "Freiheit, Lachen Spinnerei."

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 10.03.2018

Rezensent Wieland Freund ist hin- und weg von dieser ersten deutschen, zum 250. Todestag von Laurence Sterne erscheinenden dreibändigen Werkausgabe. Denn, ganz abgesehen davon, dass der Kritiker dringend zur erneuten Lektüre von Sternes Hauptwerken, dem "Tristram Shandy" und der "Empfindsamen Reise" rät, entdeckt er in dieser von Michael Walter vorzüglich übersetzten und editierten Ausgabe erstmals Sternes herrlich "verrückte" Briefe - unzensiert und ohne "Fakes", wie Freund hinzufügt. Dennoch warnt der Rezensent vor: Die Texte stehen in der Tradition des Briefromans des 18. Jahrhunderts, sind von Sterne als "Probebühnen" für seine literarischen Werke und zur Vermarktung gedacht worden, demnach nicht als private Dokumente zu lesen. Prächtig amüsiert hat sich Freund in jedem Fall.
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