Laurence Cosse

Der 31. Tag des Monats August

Roman
Cover: Der 31. Tag des Monats August
Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2005
ISBN 9783627001278
Gebunden, 251 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Michael Kleeberg. Lou steht unter Schock: Nachts, beim Einfahren in den Pariser Almatunnel, ist eine große schwarze Limousine mit mörderischer Geschwindigkeit auf sie aufgefahren, hat ihren kleinen weißen Fiat kurz gestreift, ist dann mit voller Wucht gegen einen Tunnelpfeiler geprallt. Lou hat vor lauter Schreck nicht angehalten, hat keine Hilfe geleistet. Hat jemand ihr Nummernschild notiert? Hat sie Fahrerflucht begangen? Als sie aber am nächsten Morgen im Radio die unglaubliche Nachricht hört, daß Lady Di und ihr Begleiter Dodi Al Fayed in der Nacht bei einem Autounfall im Almatunnel getötet wurden, begreift sie das ganze Ausmaß der Tragödie: Sie war dort in diesen Unfall verstrickt, die ganze Welt wird sie für den Tod der Prinzessin von Wales verantwortlich machen. Sie muß sich verstecken, sich in Luft auflösen, wenn sie nicht für den Rest ihres Lebens von der Skandalpresse gejagt werden will. Ein Alptraum hat begonnen, der ihr Leben völlig umkrempeln wird.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.03.2006

Stephan Maus preist diesen Roman, der seinen Anfang im tödlichen Unfall der Lady Di im Pariser Almatunnel nimmt, über den grünen Klee. Aus einem "Schundroman", den das Leben geschrieben habe, macht Laurence Cosse einen "perfekten Spannungsroman, so der Rezensent überzeugt. Die französische Autorin legt das Hauptaugenmerk nämlich nicht etwa auf Lady Di und ihren ägyptischen Liebhaber, sondern macht die Fahrerin eines Fiat Uno, die den Unfallwagen kurz vor dem tödlichen Aufprall gestreift hatte und nie gefunden wurde, zur Hauptperson und Spiegelfigur, erklärt Maus. Er versichert, dass die Spannung, die das Buch mit der atemlosen Flucht der Lou vom Unfallort erzeugt, bis zum letzten Satz aufrecht erhalten wird, und die Leser "gebannt" die Entwicklung der Hauptfigur vom "panischen Fluchttier zur kühl planenden Under-Cover-Existenz" verfolgen werden. Maus preist die Autorin als "würdige Nachfolgerin" großer "Spannungsschriftstellerinnen", wobei er sich insbesondere von der Mixtur aus "lakonischer Thrillerhatz" und "schnoddriger" Figurenrede begeistert zeigt. Nachdrücklich lobt der Rezensent die lebendige Figurenschilderung, die bis in die Nebenfiguren "Lebensfülle" entstehen lässt und er findet die Schilderung der Wandlung der Lou von einer Frau die sich an die "Richtgeschwindigkeit hält" zur "Draufgängerin" sehr "glaubwürdig". Ein "makelloser Page-Turner" findet ein restlos begeisterter Maus.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2005

Den Vergleich mit Alfred Hitchcock, wie ihn die französische Presse bemüht hat, hält Laurence Cosse nicht stand, stellt Sebastian Domsch gleich klar. Zwar sei die Ausgangssituation ein "makelloser Einstieg" in einen Psychothriller: Eine junge Frau wird in der Nacht des 31. August 1997 in ihrem weißen Fiat von einem schwarzen Mercedes gerammt, der danach an einen Brückenpfosten prallt. Sie flieht panisch, und als sie erfährt, dass Prinzessin Diana dabei ums Leben gekommen gekommen ist, fühlt sie sich vom Interesse der Weltöffentlichkeit bedrängt. Die Angst der Protagonistin vor ihren unsichtbaren Verfolgern spürt Domsch aber nicht so intensiv, wie es wohl bei Altmeister Hitchcock der Fall gewesen wäre. Und bald sieht er auch gar nicht mehr ein, warum die Frau überhaupt flieht. Immerhin schaffe es die Autorin, ihre Erzählung an den kritischen Stellen durch überraschende Ereignisse immer wieder neu zu beleben, meint der Rezensent, und auch der Schluss sei "originell", aber die Leser wüssten trotzdem nie, "was für eine Art von Geschichte sie eigentlich lesen".