Laszlo Garaczi

Pikasso sieht rot

Cover: Pikasso sieht rot
Droschl Verlag, Graz 2002
ISBN 9783854205999
Broschiert, 112 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Ungarischen von Andrea Seidler und Pal Dereky. Saufen, rauchen, dealen, durchkommen. Die Menschen in Garaczis Erzählungen mögen amoralisch, grausam und verkommen sein - vor allem sind sie liebenswert und vital und gehen ihren ganz eigenen, unabhängigen Gedanken und Träumen nach. Mit seinem anarchischen Blick in die Höfe und Wohnungen der ungarischen Hauptstadt, in die Gaststätten und Jugendtreffpunkte, steht Garaczi literarisch ziemlich allein da; es ist die liebevolle Anarchie der Kindheit, die sich brennend für allerlei Abweichungen vom gesellschaftlich Geforderten interessiert, für das Unerlaubte und das Regellose. Die ungarische Gesellschaft der letzten 20 Jahre wird in diesen Texten sichtbar, auch wenn der Blickwinkel der eines Außenseiters ist, dessen manchmal surrealistisch anmutende Obsessionen sehr privat und abseitig zu sein scheinen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.08.2002

So ganz klar wird einem nicht aus Guido Grafs nichtsdestotrotz enthusiastischer Rezension, worum es eigentlich geht in diesen siebenundzwanzig Stücken "wüster Prosa" des Ungarn Laszlo Garaczi. Man erfährt, immerhin, dass sie in Sätzen geschrieben ist, die "brutalen Charme" haben, die man - Graf jedenfalls - gerne selber schreiben können würde - allerdings bemängelt er die gelegentlich fehl gehende Übersetzung. Das Personal besteht aus einer "Generation von Scheiternden", meist spielt das in Budapest, in einer Geschichte aber auch in Berlin. "Porös" werde einem der Kopf beim Lesen der "Eskalationsprosa", "porös" sei auch das dargestellte Budapest, aber beides ist offensichtlich ein Kompliment. Weiter ist die Rede von "Hirnschellen", die Musik machen, von Gaddafi, der Schokoladeneis liebt, vom "apokalyptischen Floh im Ohr". Mache sich darauf einen Reim, wer mag, jedenfalls: gefallen hat's dem Rezensenten.
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