Lafcadio Hearn

Chita

Roman
Cover: Chita
Jung und Jung Verlag, Salzburg 2015
ISBN 9783990270684
Gebunden, 136 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Alexander Pechmann. Ihren richtigen Namen kennt niemand, nicht einmal Conchita selbst weiß, wer sie ist und woher sie kommt. Chita ruft sie der spanische Fischer, Feliu, der sie eines Tages, nachdem ein Hurricane vor der Küste von New Orleans gewütet hat, aus den Armen ihrer toten Mutter vor dem Ertrinken rettet. Er und seine kinderlose Frau Carmen geben ihr ein neues Zuhause. Doch das Glück, das sie teilen, während der Sturm ganze Inseldörfer ausgelöscht, Leben zerstört und Familien zerrissen hat - wovon hängt es ab? Dass Chitas Vater, der Mann, der ihren richtigen Namen kennt, tot ist. Oder dass er im Glauben lebt, seine Tochter wäre tot, und ihr nie wieder begegnet …

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.05.2015

In fremde Welten gelangt Thomas Hermann mit Lafcadio Hearn und feiert dessen Wiederentdeckung mit diesem erstmals 1889 erschienenen Buch. Hermann fasziniert weniger die Geschichte um eine Dampfschiffreise zwischen New Orleans und dem Golf von Mexiko und einen Hurrikan und seine Folgen im Mississippi-Delta anno 1856, als vielmehr Hearns Fähigkeiten in der Reise- und Landschaftsbeschreibung, die dem Rezensenten hier in "stimmiger" Übersetzung begegnet. Wie der Autor Meer, Himmel und Sturm zu Protagonisten seiner Erzählung macht und sie aus wechselnden Perspektiven betrachtet, findet Hermann bemerkenswert. Ebenso Hearns Gespür für Sprachen, Kultur und Soziales, das sich im Buch zum Beispiel in der Wiedergabe von französisch-kreolischem Dialekt niederschlägt, wie der Rezensent erklärt. Dankbar ist er dementsprechend über das angehängte Glossar im Buch. Und über Hearns aufregende Vita informiert den Rezensenten ein Nachwort des Herausgebers.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.03.2015

Katharina Teutsch ist hellauf begeistert, dass es nun endlich, endlich Lafcadie Hearns Miniaturepos "Chita" in deutscher Übersetzung zu lesen gibt, und empfiehlt all jenen, die das Original von 1889 nicht kennen, überschwänglich dieses Buch, dass das Beste "altkontinentaler Erzählkunst und neuweltlicher Naturbeschreibung" vereine, dichter sei als Melville und lyrischer als Conrad. In drei Abschnitten erzählt Hearn von einem historisch verbürgten Sturm, der 1856 über die Louisiana vorgelagerten Inseln hinwegfegte und die kreolische Upperclass samt Mobiliar ins Meer spülte: ein Fischer findet ein überlebendes Mädchen, ein totgeglaubter Mann taucht in New Orleans auf und stellt sich später als der verschollene Vater des Mädchens heraus, fasst die Rezensentin atemlos zusammen.
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